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Gutsmann. — Gymnasien und Gymnasialstudien. 443
steht in Verfertigung von Fässern, mit welchen sie bedeutenden Handel
treiben; sonst sind sie meistens Kohlenbrenner. Die Erbauung der Veste
fällt wahrscheinlich in die Epoche der Babenberger; Friedrich I I I .
wählte das einsame G. zu seinem Aufenthalte und starb hier 1330.
Friedrich IV. wurde hier geboren. Jetzt gehört G. dem Grafen von
Hoyos. Das Neuschloß ist von einem Parke umgeben.
Gutsmann, Oswald, würde geboren zu Grafenstein in
Kärnthen im Aug. 1727. Zu Krems in Osterreich absoloirte er die
Humanioren und trat zu Wien bey St. Anna in die Gesellschaft Jesu
im Oct. 1745. Nach zurückgelegtem Noviziate war er Il.ep«lenz liuinanio-
rum zu Leoben in Steyermark, lehrte die Grammaticalclassen zu G ratz
3 Jahre, hörte die Philosophie und Theologie zu Grätz, war Prafect
iü Theresianum zuWie n, unterzog sich der dritten Ordensprüfung zu Neu«
sohl und wurde Professor 1761. Nach Aufhebung der Jesuiten ledte er in
Kärnthen, und starb zu K lagenfurt 1790. Er gab heraus : Windi-
sches Wörterbuch, mit einer Sammlung der verdeutschten windischen
Stammwörter und einiger vorzüglicheren abstammenden Wörter. Klagenf.
1789. — Windische Sprachlehre eb. 1777. — Gründliche Anleitung
die windische Sprache in kurzer Zeit und auf die leichteste Art zu er-
lernen, CMy 1736. —WmdischeSprachlehre.4. verb.Aufl. Klagenf.1799.
Gwozdziec, ganz. Marktflecken im Kolomeaer Kreise, mit einer
schönen kath. Kirche, und einem Bernhardinerkloster.
Gyarmathy, Samuel, Doctor der Medicin zuZilahin Sieben-
bürgen, war daselbst geboren und bekleidete nach vollendeten Studien durch
längere Zeit die Stelle eines Hofmeisters bey den jungen Grafen Bethlen
auf der Universität zu Gött ingen. Ergab im'Drucke heraus: ^,5üni-
w3 IinZuae liunAaricae cum linAui« lennicae oi'i^inis Asammatice
<lelnon5trata etc. Göttingen 1799, ferner in ungarischer Sprache: Der
philosophisch »lehrende ungarische Sprachlehrer, mit einem kleinen Wörter«
buche. 2Thl. Klausenb. 1794. — Campe's Robinson der Jüngere,
übers, eb.1794. — Wörterbuch, in welchem viele den magyarischen ähnlich
lautende fremde Wörter verzeichnet sind. Wien 1816.
Gymnasien und Gymnasialstudien. Als Vorbereitungsan-
stalten zu den hohern, sogenannten Facultätsstudien bestehen gegenwar-
tig im ganzen Umfange des österr. Kaiserstaaies 230 G. nähmlich:
201 katholische, 2 griechisch- katholische, 1 illyrisches, 15 lutheri-
sche, 10 reformirte und 1 unitarisches. Alle G. in den deutsch» österr.
Erbländern haben 6 Classen oder Jahrgange, eben so in Ungarn die
Archigymnasien. Lehrgegenstände der G. sind: Die lateinische Sprache,
die Theorie des Styls oder Poetik und Rhetorik/ die Religionslehre,
griechische Sprache, Geographie, Geschichte, Mathematik. In jedem
Regierungsbezirke führt ein Generaldirector die Oberleitung über die
G., jedes einzelne Gymnasium aber steht unter einem Präfecten oder Di«
rector. Allenthalben wird dafür gesorgt, daß der nöthige liierarische Ap-
parat für Naturgeschichte, Naturlehre, Geographie u»d Mathematik
herbeygeschafft werde, vorzüglich aber wird auf religiöse Bildung und
gute Sittlichkeit gesehen. Zur Handhabung der Schuldisciplin sind ange-
messene Correctionsmittel, deren schärfstes die Ausschließung von der
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Volume 2
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe E-H
- Volume
- 2
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 696
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie