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44U Gyöngyös. — Gyöngyösi.
sonalstande von 48 Individuen. Ferner ein griechisch-kathol. Gymnasium
zu B lasen dorf mit 1 Prafecten und 5 Professoren, dann 4 G. der
helvetischen Confessionsverwandten zu Broos, Dees, Kezdi-Va-
sarhely und Zi lah mit einem Lehrstande von 12 Personen, 5 O.
der Augsburgischen Confessionsverwandten zu Hermansta dt, Kron-
stadt, Medias, Schaß bürg undBistricz, Lehrpersonal: 57, und
endlich 2 G. der Unitarier, zu Th orenburg unter einem Rector und
Professor und zu Szekely Keresstur mit gleichem Lehrpersonal.-.
In der Mi l i tärgrän ze befindet sich ein Gymnasium zu Vin-
kovczein der slavonischen Gränze unter 1 Director, 1 Prafecten, 1 Ka-
techeten und 6 Professoren.
Gyöngyös, ansehnlicher ungar. Marktflecken im Heveser Comi-
tat, in einer schonen Gegend am südlichen Fuße der Matra, mit4kath.
Kirchen und 14,720 Einwohnern. Es besteht hier ein Gymnasium der Fran-
ziscaner und eine katholische Hauptschule; auch hat der Ort beträcht-
lichen Mandel.
Gyöngyösi, Steph., 1620 geboren, erwarb sich frühzeitig
schon eine ausgezeichnete Bildung, die ihm, verbunden mit poetischem
Talente, die Zuneigung des Grafen Franz Veselenyi, nachmahligen
Reichspalatins, in solchem Maße gewann, daß er 1640 als dessen Kam-
merjunker auch wirtlich ein Mitglied seines Hofes wurde. Um diesem Gön-
ner und dessen Gattinn, der Gräfinn Szecsi, sich erkenntlich zu zei-
gen, verherrlichte er durch ein Gedicht die Einnahme der Feste Muräny,
welche die schöne Gräfinn Mar ia Szecsi selbst gegen die Königlichen
vertheidigte, endlich aber in Liebe gegen den General Veselenyi
erglühend, ihm in die Hände spielte, und seine Gattinn wurde. G.'s
Gedicht besteht aus 4 Gesängen und führt den Titel: Marssal tarallca-
da Muränji Venus. Kaschau 1664. — Seine Herrinn beschenkte ihn da-
für mit dem Dorfe Bäbaluska, welches StephanKohari 1Ü95
als zu seinen Ländereyen gehörig, um die Ablösungssumme von 1,200
ungar. Gulden abnahm. 1653 verließ G. Vesele n yi's Hof, vereh-
lichte sich, und trat als Gerichtscafelbeysitzer der OömörerGespansckaftins
öffentliche Leben; ward 1681 mit Unterhandlungen an die Heveser Stände
beauftragt und dasselbe Jahr noch als Deputirter auf den Odenburqlr
Reichstag abgesandt. Hier schrieb er nach Paul Eszterhäzy's Er-
wählung zum Palatin, seine: ?aIinadiaHul!ßariae, a2,ax, a'maza
gyämoliälänsaßän Icesei-go, es akkan a'I^ardos ßi-izsnelc sxärn)^
alä lol^ämodö Nympn» , Leutschau 1695, ein Gelegenheitsgedicht,
worin er Ungarns damahligen Zustand beschreibt, und es E szte r h az y'i
mächtigem Schutze anempfiehlt. 1683 wurde er bey der Amtswahl des
Comitats vom Obergespan zum ersten Vicegespan, doch ohne Erfolg vor-
geschlagen. 1685 befand er sich als Abgesandter seinesComitats bey Ca-
raffa. Das folgende Jahr wählten ihn die Stände von Gömör schon
«instimmig zum ersten Vicegespan und deputirten ihn 1687 abermahls auf
den Reichstag, der damahls zu Presibu rg abgehalten wurde. 1688
entsagte er seinem, in jener Zeit sehr schwierigen Amte, um so mehr,
da er öfters tränkelnd, sich nach Nuhe sehnte; aber auf dringendes Ver-
langen des Obergespans und der Stände unterzog er sich demselben neuer«
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Volume 2
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe E-H
- Volume
- 2
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 696
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie