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dings, und so bekleidete er diese Würde bis an seinen Tod, obwohl er sie
bey jeder Amtswahl immer dringender ablehnte. 1690 gab erzuLeut-
sch a u einen Kranz geistlicher Lieder: Iinx5a!«)5xärü, und die Xe-
med^iade, ein episches Gedicht in vier Büchern und 3l) Gesängen
heraus. 1695 erschien: ^' «»lä^d dupi^önali lie^ellcnzeßM me-
^esmerä, e» merves ugüait Icerulö. tisxla ölßtneli <^<?niuza. Ofen
1772 ein didactisches Gedicht in 4 Gesängen. Endlich 1700 zu Leut-
schau Chariklia, ein versificirter Roman in 13 Büchern, nach H e-
liodor's Äthiopica. Dieß war G.'s letztes Werk. Geliebt und ge-
schätzt von seinen Mitbürgern, allgemein gefeyert als Dichter, starb
der gelehrte und.biedere 84jährige Greis im Sept. 1704. Sein Nuhm
verdunkelte den aller seiner Vorganger in der ungar. Poesie, und sein
bloßer Nahme schien hinreichend für die Trefflichkeit eines Werkes zu
bürgen. Daher nicht nu> seine Schriften sehr oft nachgedruckt, sondern
ihm auch fremde zugeschrieben wurden. 1796 veranstalteteLand erer in
Presiburg eine schöne Oesammtausgabe von O.'s Werken, welchevom
Prof.D u gonius nach allen Handschriften und Ausgaben gesichtet, mit
G.'s Biographie und einem literarischen Commentar über seine Werke ver-
mehrt, undmitseinemundV eselen yi's Bildniß geziert, folgenden Titel
führt: (^unßvozyi lstvanalc liültemenye« inaraävanyai; 2 starte Oc-
tavbände. Dennoch geräth G. seit 2 Decennien immer mehr in Vergessenheit.
G^rowetZ, Adalb., pensionirter Capellmeister der k. k. Hof-
theater in Wien, einer der vorzüglicheren neuen deutschen Operncom-
ponisten im leichtern italienischen Style, wurde geboren den 19. Febr.
1763 zu Budweis in Böhmen. Sein Vater, der daselbst das Amt
eines Gemeindeältesten bekleidete, hatte auch zugleich die Chordirection bey
der Etadtkirche zu besorgen. Hier studirte auch d.er junge G. die Huma-
nitätsclassen mit dem besten Erfolge und begab sich dann nach Prag,
wo er Philosophie und Rechtsgelehrsamkeit mit gleicher Auszeichnung hör-
te. Die Zeit, welche ihm zu seiner Erholung übrig blieb, widmete er
ganz der Musik, so das; er seine gute Anlage, mit welcher er bereits
in seinem 8. Jahre einige kleine Versuche in der Composition machte, da-
durch ungemein entwickelte. Nachdem er seine juridischen Studien vollen-
det hatte, zwang ihn eine gefährliche Krankheit Prag zu verlassen und
zu seinen Altern nach Budweis zurückzukehren, wo er nunmehr das
Studium der Composition zu seinem Hauptgeschäfte machte. Auf G.'s
glückliches Talent aufmerksam gemacht, nahm ihn bald Graf Franz
von Fünfkirchen, welcher unweit B udweis ein Landgut besaß und ein
besonderer Freund der Musik war, zu sich, und verschaffte ihm Gelegen-
heit, sich nicht nur in diesem Fache, sondern auch in öconomischen und
Secretärsgeschäften auszubilden. Hier componirte G. nebst mehreren an-
dern Instrumentalstücken auch seine ersten Symphonien, welche damahls
allgemeinen Beyfall erhielten, ja größtentheils ohne sein Wissen zum
Drucke befördert und selbst ins Ausland versendet wurden. Die hiedurch er-
langten Vortheile setzten den jungen Componisten in den Stand, eine
Reise nach Italien unternehmen zu können. Nebst mehreren Städten die-
ses Landes besuchte erbesondersNea pel, wo cr unter der Anleitung des
Capellmeisters Ea la durch 2 Jahre hindurch die italienische Methode
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Volume 2
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe E-H
- Volume
- 2
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 696
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie