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Haan, die Edlen von, — Haan, Math. wilh. v. 457
Bey der Auflösung dieser Hofcommission (17. Nov. 1802) wurde er we-
gen seiner künftigen Verwendung an den Regierungspräsidenten, Freyh.
von Sumeraw, verwiesen, im Jan. 1803 von dem Staats-, Con-
ferenz- und Polizeyminister, Grafen von P erg en, zur obersten Poli-
zey^ und Censur-Hofstelle berufe» und schon am 28. Apr. 1803 ebenda-
selbst zum wirtl. Hofrath befördert. Mit dem Austritte des Freyh. v. S u-
m eraw, aus dem Präsidium derPolizey-Hofstelle 1808, übernahmH. als
Vicepräsident, ausschließend die oberste Leitung des Polizeywesens. Im
Febr. 1809 wurde er geh. Rath. Keinem Vaterlandsfreunde ist es unbe-
kannt, wie auch er auf Geist und Stimmung des Volkes indem unver-
geßlichen Jahre der Landwehr, in dem Jahre von Aspern hinarbeite-
te. Nach dem Frieden, seinem wichtigen Beruf mit erneuerter Kraft
hingegeben, wurde er im März 1813 Präsident der obersten Polizey-und
Censur-Hofstelle. Währenddes Wiener Congresses begann ein bedenk-
liches oft wiederkehrendes Nervenübel die Wurzel seines Lebens zu bena-
gen. Lange wollte er seinen Anstrengungen nicht entsagen, bisdieimmer
zunehmende Schwäche seines Körpers ihn nöthigte, seine Erholung in
dem mildern Clima Italiens zu suchen. Allein in der Nacht vom 31. Iu-
ly auf den 1. Aug. 1816 starb H. zu Strä, bey Venedig an einem
Nervenschlage.
Haan, die Edlen von, eine alte, in den osterr. Staaten an-
säßige Familie aus Elsaß stammend. Deren Ahnherr, Michael von
H., erhielt 1566 vom Kaiser Maximi l ian I I . einen adeligen Wapen-
brief, welchem die Familie, ohne irgend einen Zusatz, als jenem der er-
höhten Adelsstufen, noch heut zu Tage führt. Ein Urenkel dieses Mi -
chaels, Nahmens Mathias Wilhelm von H., geb. 1664, kam
als Doctor der Philosophie und Medicin nach Wien, und vereheligte sich
daselbst. Sein. älterer Sohn, Ioh. Georg von H. war Hofrath der
obersten Iustizstelle und hinterließ 4 Söhne, Mathias Will)., Leo-
pold, Joseph nnd Ignaz von H., die 1779 den Ritterstand er-
hielten. Der jüngere Sohn Michaels von H., Math. Wilh., (s.d.)
wurde von Carl VI. in den Reichsritterstand erhoben. 1752 bestätigte
auch Kaiser Franz I. diese Erhebung mit dem Prädicate Edler von. Er
starb als Reichshofrath ohne männliche Erben.
Haan, Mathias wi lh . von, geboren zu Wien den 27. Nov.
1737, widmete sich nach sorgfältig vollendeten Studien der öffentlichen
Geschäftslaufbahn, 1775 wurde er zum Hofrathe der obersten Iustizstelle
befördert und 1779 zugleich mit seinen 3 Brüdern in den erbländischen
Ritterstand erhoben. Unter der Regierung Kaiser Joseph's I I . nahm er
an den wichtigen Iustizreformen Antheil und trat 1790 in die damahls or-
ganisirte Gesetzcompilations-Hofcommission. Kaiser Franz beehrte ihn
ebenfalls mit seinem vollsten Vertrauen und ernannte ihn 1792zum Vi-
cepräsidenten des niederösterr. Appellationsgerichtes, und 1795 zum ober-
sten Landrichter und Präsidenten des niederösterr. Landrechtes, womit
ihm zugleich die Würde eines geh. Rathes zu Theil und die statutenmä-
ßige Oberaufsicht über das herzogt. Savoy'sche Damenstift übertragen
wurde, zugleich wurde er auch zu abgesonderten wichtigen Angelegenhei-
ten verwendet. 179? würde er Vicepräsideni der damahls noch vereinig«
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Volume 2
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe E-H
- Volume
- 2
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 696
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie