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H a b s b u r g , D y n a s t i e . 46l
und Violine sehr gut, und machte sich durch einige gute musikalische Pro-
ducte in Mähren bekannt. Sein damahliger Abt Bonaven tu'.' a Pit-
ter, ein iu der literarischen Welt rühmlich bekannter Mann, führte H.
in die Geheimnisse der Diplomatik und Geschichte ein. In beyden legte
er Beweise ab, die ihn allen Gelehrten Böhmens und Mährens schätz-
bar gemacht haben. Gaßmann, Diwisch u. a. waren seine Freun-
de in Rücksicht der Musik, mit denen er über dieselbe manchen kri-
tischen Brief gewechselt hatte. So schätzten ihn auch Dobner, Monse,
Wokaunius, Pelzel, Dobrowsky, Cerroni, die er mit wich-
tigen, gelehrten Beyträgen zu unterstützen pflegte, wegeu seiner rastlosen
Verwendung für die Geschichte. Er starb als Prior seines Stiftes den
27. März 1794. AufCerroni's Aneiferung gab er aus Originalquel-
len und Handschriften des Stiftes Raygern heraus: ^ui-a primaeva
Noraviae, Brunn 1781. Er warauch ein thätiger Mitarbeiter an P it-
ter's ^lanilsticon liiztalicn-diniumaticuin olnniuiii Muraviae ino-
Habsburg, Dynastie. Wenn gleich mehrere genealogische Schrift-
steller versucht haben, das Haus H. bald vou der römischen Familie der
Perleonen, bald von den Merooing ern, bald von den Carlo-
vingern, bald von den alten praelectis Helvetiae, und bald von
den Grafen von Thier stein abzuleiten; so führt doch die beglaubigte
Genealogie dieser Dynastie, in welcher aber immer einige Dunkelheiten
indem 8. bis 10. Jahrhunderte noch nicht ganz gehoben sind, nur bis
auf Herzog Ethico von Alemannien zurück, der693 starb. Bey der An-
nahme dieser Abstammung ergibt sich der gemeinschaftliche Ursprung der
Häuser H., Lothringen und Baden. — Die Familienbesitzungen des
Hauses H., das seinen Nahmen von dem Schlosse Habsburg erhielt,
welches der Bischof Werner von Straßburg aus dieser Dynastie
ums Jahr 102? auf einer Anhöhe bey Windisch an der Aar im
jetzigen Canton Aargau baute; zum ersten Mahle wird dieses Schlos-
ses, dessen Ruinen noch jetzt stehen, in einer Urkunde von 1099 ge-
dacht; waren im Elsaß, in Helvetien und in Schwaben bedeutend, und
wurden durch Vermählungen, kaiserl. Schenkungen und durch dasVog»
teyrecht über benachbarte Cantone und geistliche Stifte ansehnlich ver-
mehrt. Schon der Urgroßvater Rudolph's von H., der Graf von
Habsburg, Albrecht der ReiHe, derII99 starb, nahm den Ti-
tel Landgraf von Elsaß (eigentlich vom obern Elsaß oder Sundgau, im
Gegensatze des Nordgau's) an, der ihn seiner Familie vererbte. Ihm
folgte sein Sohn Rudolph (st. 1232), und diesem folgten seine Söhne
Albrecht IV. (st. 1240, der Vater des nachmahligen römisch-deutschen
Baisers Rudo lph I.), und Rudo lph I I . Beyde theilten (!239) die
Besitzungen ihres Hauses, so daß Albrecht, ausier demSchlosseHabs-
)urg, die Ländereyen im Aargau und E lsa ß, Rudo lph die Graf-
schaft K l e t t g a u , die Grafschaften Rheinfelden und L a*u f e n-
ö u rg und die Besitzungen imBreisgau erhielt. Nach dem Regierungs-
itze dieser jüngern Linie zu Laufenburg hieß sie die Laufend urg'-
che Linie. Diese helvetische von Rudo lph I I . abstammende, Seitenli-
ue des H.'schen Hauses theilte sich wieder in 2 Linien ron welchen
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Volume 2
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe E-H
- Volume
- 2
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 696
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie