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462 Hackelberg, die Freyherren.
die eine mit dem Grafen Johann IV. 1408, die andere aber mit dem
Grafen Eggo 1415 erlosch. Laufenburg kam dadurch an Osterreich,
das schon früher (1359) Rappersweil von demselben gekauft hatte;
allein die Landgrafschaft Klettg au ging durch I o hann's IV. Erbtoch-
ter Ursula auf die Grafen Su lz , und von diesen, durch Heyrath,
1687 auf das Haus Schwarzenberg über. Albrecht aber vergrö-
ßerte die Besitzungen seiner Linie durch seine Vermählung mitHedwia,
der Tochter des Grafen Ulrich von Kyburg, L enzb urg und Ba-
de n (der von den Herzogen von Zähringen abstammte, und mit dem H o-
henstaufen'schen Kaiser Friedrich I I . verwandt war). Albrecht's
Sohn, Rudolph, der nachmahlige Kaiser, erbte von seinem Va-
ter die Landgrafschaft Oberelsaß und Rheinfelden; gemeinschaftlich mit
seinen Brüdern besaß er die Grafschaft Habsburg, die Vogtey über
einige benachbarte Städte und Cantone, und die in dem Breisgau und
in Schwaben zerstreut liegenden Familienbesitzungen. Wenn gleich der
damahlige Umfang der Grafschaft Habsburg nickt genau angegeben wer-
den kann, weil man spater die gesammten österr. Besitzungen in der Schweiz
darunter begriff, so gehörten doch entschieden die Städte Brück, Win-
disch und Aar au zu derselben, und ihre Basis beruhte auf einem be-
trächtlichen Theile des Aargau's. — Bey seinem Antheile an den gleich-
zeitigen Fehden der Grafen und Ritter während der letzten Regierungs-
zeit der Hohenstenstaufen'schen Kaiser und wahrend des Zwischenrei-
ches, hatte Rudolph durch Kühnheit, Tapferkeit und Klugheit sich be-
sonders ausgezeichnet. Wahrscheinlich kämpfte ler auch in dem Heere des
Königs Ottokar vonBöhmen gegen die preußischen Stamme ünd gegen
die Ungarn. Auf den Vorschlag und die klugen Unterhandlungen des Erzbi-
schofes Werner von Mainz, bestieg er durch dieWahl der Churfürsten
am29. Oct. 1273, den deutschen Thron, wovon ihn sein Vetter, der Burg-
graf Friedrich von Nürnberg, zuerst benachrichtigte. Anerkannt
von dem Papste Gregor X., den er (1275) zu Lausanne persönlich
sprach, stand er mit dem römischen Stuhle in freundlichem Vernehmen,
wenn er gleich die übernommene Verpflichtung zu einem Kreuzzuge nicht
erfüllte. Als deutscher Kaiser suchte er Ordnung und Recht herzustel-
len; viele Raubschlösser wurden nach seinem Willen zerstört, und drey
seiner Töchter vermählten sich mit den Churfürsten von Malz, Sach-
sen und Brandenburg. Der Kampf mit Ottokar von Böhmen aber
verschaffte seinem Hause das schöne Osterreich, wodurch er den Grund
zur bleibenden Macht und steigenden Größe seiner Dynastie in Deutsch-
land selbst legte. — Von den Besitzungen seines Hauses hingegen gin-
gen in den folgenden Zeiten die helvetischen an die zur Unabhängigkeit
gelangte Eidgenossenschaft, und die im Elsaß an Frankreich verloren,
nur die in Schwaben blieben bey seinem Hause. — Eine nähere Übersicht
von Österreichs Regenten aus der H.'schen Dynastie gewahrt die) beyfol-
gende genealog. Tabelle. —> S. übrigens:Rudolphvon Habsburg,
so wie die andern Nahmen unter ihren selbstständigen Artikeln.
Hackelberg (Hackhlberg), die Freyherren , ein altsdeliges
österr. Geschlecht, welches im Lande ob der Enns seinen Ursprung hatte,
sich aber in der Folae in jenes unter der Enns wandte. Als ersten AV>>-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Volume 2
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe E-H
- Volume
- 2
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 696
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie