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Hackher zu Hart. 465
t i» Hueber von Hueber au, vermählt war, erzogen, trat zum Pro-
testantismus über, wurde in der Folge Commissar der n. o. Landstände
des V. O. W. W., brachte Gersdorf an sich, und verkaufte 1662 den
Harthof an den Prälaten Gabriel von St. Polten. Hierauf sie-
delte er sich der freyen Neligionsübung wegen in Reg ens bu rg an,
und starb 1675 nebst seiner zweyten Gemahlinn Ma ria v. Weye rs-
wald in W eisten bürg imNordgau.—Christoph's ältester Sohn
erster Ehe, Mathias, focht l.67.5 als Lieütenantiin Fürst Bareut'schen
Cavallerie-Gardcregimente in den Niederlanden, und machte sich nach
geschlossenem Frieden im Markgrafchume Ansbach seßhaft. Johann
diente in der taiserl. Armee durch 10 Jahre 1682—92 als ProvianMei-
ster bey dem damahligen Einfalle der Türken. Ferdinand stritt als
Ossicier ebenfalls in kaiserl. Diensten. — Ferdinand Christoph,
Christoph's Sohn zweyter Ehe, wurde mit dem Grafen Carl Sin-
zendorf erzogen, brachte dieZeit auf Reisen in dessen Gesellschaft zu, trat
bey seiner Rückkunft zur kath. Religion über, erkaufte 1678 vom Gra-
fen Johann Sinzend o rf das freye adelige Gut S all au, und er-
hielt die Stelle eines kaiserl. Commissärs in Osterreich unter der Enns»
Erstarb 1712. — Ferd in and's Bruder, Iacobv. H., studirte auf den
Universitäten zu Jena und Leipzig, und wurde hierauf bey dem re^
gierenden Grafen von Reuß-Oreitz Hofjunker. 1685 zog er mit den
chursächsischen Miethtruppen der Venetianer, wo er ein Fähnlein befeh-
ligte, nach Morea, und,starb in Folge der bey der Belageruug von
Napoli di Romania erhaltenen Wunden. — Antonv. H., Ferdi-
nand's Sohn, trat nach Beendigung der Rechtswissenschaft in Staats-
dienste, vollendete die Vorübungen desselben unter den ausgezeichnetsten
Staatsmannern seinerZeit, und begleitete sie auch auf ihren Gesandtschafts-
reisen nach Paris, den Niederlanden und zu deutschen Fürsten. Zur Be-
lohnung seines Diensteifers ernannte ihn Kaiser C arl VI . 1715 zum
Vice- und 1722 zum wirklichen Inspector bey seiner geheimen Hofcasse,
um deren Verbesserung er sich sehr verdient machte. Einige Jahre dar-
nach wurde er wirkl. Hofsecretar bey der obersten Iustizstelle, starb 1751.
Seine 4 Söhne bewiesen sich auch als treue Diener ihres Monarchen und
des Vaterlandes. — Joseph Franz Ritter von H. erhielt nach ausge-
zeichneter Vollendung seiner Studien die Würde eines Doctors beyder
Rechte an der Wiener Hochschule. 1762 erwählte ih» die Haupt-und
Residenzstadt Wien zu ihrem Syndicus, auf welchem Posten er ihr Zu-
trauen vollkommen rechtfertigte, und durch seine Rechtlichkeit und Ein-
sicht die Liebe und Achtung aller erwarb, die ihn kannten. In Anerken-
nung seines bey dieser Stelle bewiesenen Patriotismus und Eifers
für das allgemeine Beste ernannte ihn 1774 die Kaiserinn Maria The-
resia zum Regierungsrache beyder n. ö. Landesregierung, und Jo-
se p h I I . bestätigte ihn als solchen bey der neuorganisirten Regierung. Kaiser
F r a n z ernannte ihn zum Hofrathe, und verlieh ihm das Ritter-
kreuz des königl. ungar. St. Stephauordens, er starb 1805.— Phi-
lipp von H. wurde zuerst 1740 bey der n. ö. Landesregierung als
Secretär in Iustizsachen angestellt. 1749in derselben Eigenschaft zur k. k.
n. i>. Repräsentation und Kammer übersetzt, und nach Vereinigung die«
oesterr. Nat. Encykl. V«. II. 30
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Volume 2
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe E-H
- Volume
- 2
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 696
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie