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H a c q u e t.
dieser beyden Stellen zum wirtlichen Rathe bey derselben, und 178I
zmn niederösterr. Appellationsrathe ernannte. In Anerkennung seiner aus-
gezeichneten Verwendung, seiner Klugheit und ausgebreiteten Kenntnisse
in Rechtssachen beförderte ihn Kaiser Joseph I I . zum Hofrathe der
obersten Iustizstelle, als welcher er auch 1796 starb. — Franz Anton
v. H. starb 1768 als Hofsecretär der obersten Iustizstelle. — Joachim
v. H. war ebenfalls'Hofsecretar bey derselben Stelle. — 1773 erhob die
Kaiserinn Mar ia Theresia die genannten 4 Brüder, in Berücksichti-
gung, daß ihr Geschlecht durch mehr als 4W Jahre dem niederösierr.
Ritterstande einverleibt war, und da sie neuerdings von den niederösterr.
Landstanden als wirkliche Mitglieder des alten Ritterstandes anerkannt
lunrden, und wegen ihrer eigenen Verdienste, mit ihrem uralten Wa«
pen in den Ritterstand der übrigen k. k. Erblande. —Von den Nachkom-
men dieses Geschlechts muß noch erwähnt werden — des 1834 mit
dem Ritterkreuz des königl. ung. St. Stephanordens für 5l)jahnge
nützliche Dienste belohnten und in Ruhestand versetzten, den 23. März
1835 verstorbenen k. k. niederösterr. Landrechts « Vicepräsidemen und
Mercantil - und Wechselgerichts » Präsidenten F erd in and Ritters
v. H. zuHart , (Sohn Phi l ip p's) früher bey dem Wiener Magistra-
te Iustizrath dann niederösterr. Landrath, sofort niederösterr. Appella-
tionsrach, und weiterhin Hofrath bey der k. k. obersten Iustizstelle,
dann des k. k. Obersten im Ingenieurcorps und Ritters des Maria The-
resien-Ordens Franz X. Freyh. v.H. (Sohn Franz Anton's).
Hacquet, Balth., Dr. der Philosophie und Arzneykunde, k.k.
Bergrath, und mehrerer gelehrter Gesellschaften Mitglied, wurde zu
le Couquer in Bretagne 1739 geboren. Schon im 7jährigen Krie-
ge stand er bey der csterr. Armee als Wundarzt in Diensien, wmde
in der Folge auf Verwendung seines Gönners/ des Freyh. van
Swie ten , als Professor der Anatomie, Chirurgie und Hebammen-
lunst am Lyceum zu Laibach, und 1788 als Professor der Naturge-
schichte zu Lemberg angestellt. In Laib ach erwählte ihn die Gesell-
schaft des Ackerbaues und der Künste zu ihrem beständigen Secretar.-^
Sein ganzes Leben zeichnete sich durch unermüdete Thätigkeit und rast-
losen Eifer für die Wissenschaften auf das rühmlichste aus; seine unge-
meine Liebe zur ununterbrochenen Beschäftigung wählte sich den Spruch:
„I^un^uam otiosuz," einen Wahlspruch, den er durch sein ganzes Le-
ben treu hielt und befolgte. — Er bereiste die ganze österr. Monarchie
nach allen ihren Richtungen. Seine, auf diesen Reisen gemachten Er-
fahrungen und Beobachtungen, die er später durch den Druck bekannt
machte, sind in naturhistorischer und ethnographischer Hinsicht von gro-
ßer Wichtigkeit. Auch trug er Sorge, den Kunstfieisi, die Industrie,und
die Gewerbe zu jener Zeit in den österr. Staaten aus dem Schlummer
zu wecken, und sie zu neuerer Thatkraft anzufeuern. So gab er sich
z. B. sehr viele Mühe,,die in seinem Vaterlande stattfindende Benü-
tzung der Feuersteine in Osterreich einzuführen, und das in seinem Va-
terlande gleichfalls rorhandene, aber unbenutzt gelassene Fossil in F>i»-
tensteine umarbeiten zu lassen, über welchen Gegenstand er »lehrere Ab-
handlungen schrieb. — Als Schriftsteller trat er zuerst mit mehreren m
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Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Volume 2
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe E-H
- Volume
- 2
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 696
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie