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476 Haiö. — Hajdukenflecken.
Haid, Job. Gottfr., rühmlich bekannter Zeichner und Kupfer-
siecher iu schwarzer Kunst, war geboren zu Augsburg 1710. DieAn-
fangsgrüude seiner Kunst erlernte er von seinem älteren Bruder Io h.
Laürenz, darauf besuchte er Lond on und kam um 1750nach Wien,
wo er seine besten Arbeiten verfertigte und den 5. Sept. 1776 starb.
Seine besten Blätter sind: Die kaiserl. Familie, mich Meytens; —
Maria Theresia; — Joseph I I . ; — Maximilian Hell; — Christoph
Graf von Migazzi, Cardinal; — van Swieten; — Virginia; —
Hbsalnn'z Zudmission W liis latner; — Garrick in tne ^armer'z
l eturn und Foote in t!,e Mayoi- c»f L^iat.
Haida, böhm. Municipalstadt ini Leitmeritzer Kreise, mit 1,20N
Einw., einein Piaristen-Collegium uno einer Hauptschule, ist wegen
ihrer vielen Glaswaarenfabrikanten Und Schleifer bemerkenswerth, die
vortreffliche Glasgerathe erzeugen und damit einen ausgebreiteten Han-
del treiben.
Hainburg, niedero'sterr. Städtchen an der Donau, im V. U.W.W,
mit 3,35!) Einw. und einer katholischen Decanatspfarre, seit der großen
Feuersbrunst von 1827 fast ganz neu wieder aufgebaut, besitzt die groß«
te Tabalfabrik im österr. Staate, welche über 1,900 Menschen beschäf-
tigt und jährlich über 100,000 Centner Tabak liefere Merkwürdig ist
auch das Rathhäus mit einem römischen Altar und der sogenannte Rö-
merthurm mit dem Steinbilde König Etzel's. Im Rücken der Stadt
steht am Fuße des Schloßberges das neue imposante herrschaftliche Schloß
mit 3 Sälen, einer Capelle und Gruft, Theater und Park. —UmH.
sinden sich viele Spuren romischer Gebäude. Die Römerveste, Hun-
ueuburg (daher der Nahme Hainburg), im Nibelungenliede ge-
nannt, ist noch in ihren Trümmern durch zahlreiche Sagen interessant.
Noch mehr als beym neuen Schlosse ist hier die Aussicht reizend. Gleich
ausier H. führt ein angenehüier Waldpfad zu dem sogenannten Templer»
schlösse, eigentlich Notenstein, einer kleinen öden Ruine, auf einem
sch '^s aus der Donau emporsteigenden Felsen.
Hainspach, böhm. Städtchen im Leitmeritzer Kreise, zeichnetsich
durch Weberey und Bandfabrikation aus.
Hajdukcnfiecken (Hai,duken-Städte), bilden einen privile-
girten District in Ungarn jenseits der Theiß. Dieser ist vom Szabolcser
und Biharer Comitate eingeschlossen, eine Ebene ohne Gebirg, 17-^
Q. M. groß, reich an allerley Gattungen Korn, Tabak und Vieh;
wegen Holzmangel müssen die Einwohner, 47,000 an der Zahl,Horn-
viehmist, Stroh und Torf brennen. Der District besteht aus 6 Flecken
(insgemein Städtegenannt), als: B ösz ö rmen y, D oro g h,Halt-
haz, Näl ias, Szoboszlo, Vamos Perts und 4 Prädien.
— Mit der Entstehung der H. hat es folgende Bewandtnis;: Als im
Anfange des l ti. Jahrhunderts Siebenbürgen und Ungarn von bürgerli»
chen Kriegen beuuruhigt wurden, sah man sich genöthigt, die sogenann-
ten Mezeihadak, eine Art stehender Landtruppen (weiche, nach Anga-
be des Thurvcz, Mathias Corvinus errichtet haben soll),
in den beunruhigten Gegenden zum Kriegsdienste zu unterhalten und von
.Zeit zu Zeit zu vermehren. Da mau nun aber auch nachdem 1605 erfolgten
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Volume 2
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe E-H
- Volume
- 2
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 696
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie