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finden sich inWien nebst den größeren Fabriken 32 bürgerliche und 8l
befugte Handschuhmacher, welche zusammen eine betrachtliche Anzahl Ar«
beiter beschäftigen. Im lombardisch-venetianischen Königreiche, Vorzug»
lichin Venedig,werdenschöneHandschuhe französischer Art erzeugt. In
Tyrol gibt es ebenfalls eine Menge Handschuhmacher, die es besonders
in der sogenannten deutschen Handschuhmacherarbeit ziemlich weit ge-
bracht haben, zn Innsbruck und Bolzen werden auch viele Rauh»
und Waschhandschuhe, schaf-, Hirsch-, bock-, reh-, und gemslederne
Beinkleider und Betttücher verfertigt. Auch in Prag werden vorzüg'
liche Handschuhe, besonders französischer Art erzeugt, in andern Pro-
vinzen fehlt es ebenfalls nicht an Handschuhmachern, welche jedoch
meistens ordinäre Fabrikate liefern. Der inländische Handsl mit Hand-
schuhen ist größtentheils, besonders mit feiner Waare, in den Händen der
Wiener Fabrikanten, welche durch viele Kaufleute und Krämer ganz
Osterreich, Ungarn, Mähren, Schlesien, Steyermark, Kärnthen :c.
mit ihren Erzeugnissen versorgen, ja selbst bedeutende Quantitäten ins
Ausland versenden. Böhmen wird größtentheils von Prag aus mit fei-
neren Handschuhen versehen, die wohl auch nach Galizien und anderen
Provinzen versandt werden. Auch Venedig und Tyrol machen viele
Geschäfte mit H.-A. Die Einfuhr fremder Artikel dieses Faches ist nur
in einzelnen Fällen gegen hohen Zoll gestattet.
Haner, Georg Ierem., Superintendent der evangelisch-luthe-
rischen Gemeinden der sächsischen Nation in Siebenbürgen und Pfarrer
zu Bir thalmen , ein um die histor. Literatur von Siebenbürgen sehr
verdienter Mann, wargeb. am 17. Apr. I7l)7; er wählte in seinerIugend
die theologische Laufbahn seinesVaters, und endigte sie mit Auszeichnung
und Ehre. Nach seiner Rückkunft von Deutschlands Hochschulen 1730
diente er, nach der Gewohnheit seiner Nation und Kirche, zuerst bey
dem Gymnasium und bey der Kirche zu Medwisch als Lehrer und Pre-
diger, 1735 wurde er aber nach Kleinschelk als Pfarrer berufen. 174l1
wurde er Stadtpfarrer zu Medwisch, dann General-Syndicus, endlich
l?59 Superintendent. Bescheidenheit, Freundlichkeit, Leutseligkeit waren
Hauptzüge seines Churakters, wofür er jedoch einige Mahle Undankernte-
te, ja, ein Undankbarer brachte ihn durch Ränke in Verhaft und in Gefahr
den Kopf zu verlieren, von der ihn aber die Gerechtigkeitsliebe Maria
Th eresi ens befreyte. H. starb am 9.März 1777. ImDrucke gab diec
ser fleißige Literator nur 2 Werke heraus: Das königl. Siebenbürgen,
entworfen und mit nöthigen Anmerkungen versehen. Erlangen 1763.
(Das fürstliche Siebenbürgen ließ er unausgeführt, doch hat er zur
Probe davon das Leben des Fürsten Gab riel BätH ory vollständig
hinterlassen.) — I)e scriptoi-ibus i-ei-um Nun^aricarurn et ^
digestis a6vei-5aria. Wien 1774. Ein schätzbares Werk; den 2.
Theil, de scriptoribus recentioribuz, hinterließ er ganz zum Druck
fertig; den 3. Theil, d« «ci-iptoribu« recemiszilniz, hatte er aber
bey seinem Ableben noch nicht in das Reine gebracht.) Seine handschrift-
lichen Werke sind noch: Izagnße in Ilistoriam I'ransylvanicam nium
«aeculoruin eccle«i25ticam 2 Bde. —
0esterr. Nat. Encyll. Vd. II.
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Volume 2
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe E-H
- Volume
- 2
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 696
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie