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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe E-H, Volume 2
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Page - 518 - in Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe E-H, Volume 2

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318 H a r t m a n n. die Wahrheit aufzusuchen, und sie zum Gedeihen der Wissenschaft fest abzumarken und zu begründen bemüht war. H. erhielt 1803 die Physl- katsstelle im l. k. Versorgungshause zu Mauerbach, die er durch 3 Jahre zur vollen Zufriedenheit seiner Vorgesetzten verwaltete. In dieser Epoche erregte in der Medicin dieSchellin g'sche Identitäts - Lehre viel Aufsehen. H.'s Scharfblick entdeckte bald die Nachtheile, welche diese Lehre dem wahren Studium der Medicin bringen, und in welche Laby- rinthe sie diese verwickeln, und bloß zu einer raisonirenden Charlatanerie herabwürdigen konnte. Auch jetzt trat H. mit der ihm eigenen Freymü- thigkeit gegen dieses System auf, und schrieb eine Abhandlung von dem Einflüsse der Philosophie auf die Theorie der Heilkunde. (Salzburg« medicinisch-chirurgische Zeitung von 1805. I I . Bd.) 1806 wurde ihm die Lehrkanzel der theoretischen und practischen Heilkunde an dem k.k. Ly- ceum zu Ol mutz ertheilt, wobey er zugleich die Stelle eines Primar- arztes in dem dortigen Kranken« und Findelhause versah. 1810 wählte ih» das Lyceum zum Rector, welches Jahr auch sein letztes an dem Ly- ceum war. 180? schrieb er über die Natur und Heilung des ansteckenden Typhus (Salzburger medicin.-chirurg. Zeitschrift/ Jahrg. 1607. I I . Bd.), den er ganz zum Gegenstande seiner Aufmerksamkeit machte, und dessen Natur und Wesenheit er dergestalt-ergründete, daß er in der Behand- lung desselben sich immer des besten Erfolges erfreuen konnte. 1810 gab er heraus: Sicherungsanstalten und Bewahrungsmittel gegen anstecken» de Nerven- und Faulfieber (Brunn). 1808 schrieb er die Glückseligkeits- lehre für das physische Leben (Leiozig), neue Aufl. 1832, welcheSchrift mit der Makrobiotik Hufe land's gleiche Tendenz, aber an Deutlichkeit und Faßlichkeit unstreitig den Vorzug hat. Seine ausgezeichneten Ta- lente, seine gründlichen und umfassenden Kenntnisse, sein unermüdeter Eifer in der Erfüllung : er Amtspflichten entgingen dem Monarchen nicht, und H. wurde 1811 als ordentlicher öffentlicher Professor der Patholo» gie und Mateiia meciica an die Hochschule zu Wien berufen. 18l2 gab er eine vollständige Theorie des ansteckenden Typhus und dessen Be- handlung (Wien) heraus. Wie musterhaft H. als Lehrer gewesen war, bezeugen einstimmig alle, welche das Glück hatte», seine Schüler zu seyn. Er gehört unter jene Männer, die zur Erhaltung und Beförderung des Glanzes und Ruhmes der Wiener Hochschule, besonders in ihrer medicinischen Facultät, in welcher sie einen der ersten Platze vor allen Instituten Deutschlands einnimmt, viel beytrugen. Er wusite sich die Liebe und-Achtung seiner Schüler nicht bloß durch seine gründlicheWissen» schaftlichkeit, klaren, leicht faßlichen Vortrag, sondern auch durch den Ernst, die Milde und Würde; Eigenschaften, die seinen Charakter in einem hohen Grade zierten, zu erwerben. Er war seinen Schülern mehr als Lehrer, er war ihnen Freund und väterlicher Rathgebcr. 1803 übemahm er die Redaction der medicinischen Jahrbücher der österr. Monarchie, und zugleich jene der Abhandlungen und Beobachtungen aus dein Gebiethe der gesammten practischen Heilkunde; von den ersteren er- schienen unter seiner Leitung 8 B^nde, ^on den. letzteren 6. Im2.Ban- de der Jahrbücher lieferte er selbst den Aufsatz: Beyträge zur Theorieder Heilkunde; im 3: Der Lebenspvozeß; im 4. Bande: Die Heilung
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe E-H, Volume 2
Title
Österreichische National-Enzyklopädie
Subtitle
Buchstabe E-H
Volume
2
Authors
Franz Gräffer
Johann Czikann
Publisher
H. Strauß
Location
Wien
Date
1835
Language
German
License
PD
Size
13.3 x 22.0 cm
Pages
696
Keywords
Nachschlagewerk, Biografien
Categories
Lexika National-Enzyklopädie
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