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HauztNFcr. — H a y d n , Ios . 525
Staaten bey dem mathematischen Unterrichte einführte, sehr auszeichnete.
Bald erlangte H. auch die höheren Militärgrade, trat 1803 mit Ober-
stencharakter in den Pensionsstand und wurde in den erbländischen Frey«
herrnstand erhoben. Er starb zn Wien den 20.März 1816. Sein vor-
tresslichrs Lehrbuch: Analytische Abhandlung derAnfangcgvunde der Ma-
thematik. 2 Thle. Wien 1778, wovon die k. k. Ingenieurakademie das
alleinige Verlagsrecht hat, ist umgearbeitet und vermehrt durch denMajor
Klugerv. Teschenberg, 3 Bde. 1816—23, noch jetztim Gebrauche der
Ingenieurakademie, so wie der W.-Neustädter Mllitärakademie. Außerdem
schrieb H. noch ein Lehrbuch der Vcfestigungskunst, welches ebenfalls all-
gemein anerkannteVorzüge hat und (1826) neu herausgegeben wurde. H.'s
einziger Sohn, Georg Freyh. v. H., Oberstlieutenant im Ingenieur-
corps und Ritter des königl. schwedischen Schwert -Ordens, ebenfalls ein
ausgezeichneter Officier und Mathematiker, drang am 28. Nov. 1828 nach
der Sprengung von Minen an den Wiener Fortificationen sammt 2 Ober«
lieutenants zu früh in dieselben und wurde sammt diesen durch das hef»
tig ausströmende Gas getödtet.
Hauzinger, Ios , k. t. Kammermaler und Professor an der Aka-
demie der bildenden Künffc zu Wien, geb. daselbst den 12. May 1728,
einSchüler des verdienstvollen Trog er. 1754 erhielterden ersten Preis
und 1772 die Professur. In der Domkirche zu Br i ren malteer mit
Trog er die Fresken; in der Invalidenkirche zu Pesth sind 3 Altar»
blatter von ihm. Überdieß hat er viele Porträts gemalt, welche alle von
einem schönen Talente zeugen. Er st. den 8. Aug. 1786.
Hayd (Hayda), bohm. ummauerte Stadt in einer fruchtbaren
Flache im Pilsener Kreise, hat 1,450 Einw., und ein altes fürstl. Lö°
wen ste in-Werth e i m'sches Schloß.
Haydn, Jot). Mich., berühmter Componist, besonders für Kir-
chenmusik, jüngerer Bruder des großen Ios. Haydn, war geboren
zu Rohrau in Niederösterreich den 14. Sept. 1737. Angebornes Ta-
lent und das Beyspiel seines ältern Bruders führten auch ihn zum mu-
sikalischen Studium, worin er so schnelle Fortschritte machte, daß ihm
schon 1763 der Bischof von Großward ein die Stelle eines Musikdi«
rectors übertrug, später wurde H. Concertmeister und Musikdirector zu
Sa lzburg, wo er unter andern den nachher berühmten Carl Ma-
ria v. Weber zum Schüler hatte, und starb daselbst den 10. August
1806. Unter seinen vielen musikalischen Werken sind besonders das große
Requiem, welches wohl nur dem berühmten Mozart'schen nachstehen
dürfte, so wie mehrere schöne Messen, Litaneyen,'Motetten auszuzeich-
nen. Un^er seinen Kirchencompositionen ist auch sein deutsches Hochamt
für 4 Singstimmen mit Orgelbegleitung (Wien) vorzüglich zu nennen,
welches beynahe in allen Gemeinden eingeführt ist. Auch schrieb er mehrere
Symphonien (unter andern eine Schlittenfahrt-Symphonie) und Quar-
tetten, welche jetzt indessen veraltet erscheinen dürften.
Haydn, Joseph, dieser Heros der Tonkunst, ist zu Nohrau,
einem Markte Niederösterreichs, den 31. März 1732 geboren. Sein
Vater war von Gewerbe ein Wagner, und lebte kümmerlich von dem
Ertrage seines geringelt Verdienstes. Auf seiner Wanderschaft als Gesell
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Volume 2
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe E-H
- Volume
- 2
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 696
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie