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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe E-H, Volume 2
Page - 526 -
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Page - 526 - in Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe E-H, Volume 2

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52« H a 7 d n , I o s. hatte dieser ein »venig auf der Harfe klimpern gelernt, und übte nun dieses Instrument zur Erholung in den Ruhestunden, indem er zweystimmige Gesänge mit seiner Frau executirte, und dieselben auf der Harfe begleitete. Den Eindruck, welchen diese musikalischen Intermezzo auf des Sohnes empfangliches Gemüth hervorbracht-.n, war so mächtig, daß er sich ihrer im hohen Alter noch mit Vergnügen erinnerte, und die Melodien lebhaft im Gedächtnisse hatte. Dieß war die erste Nahrung des reichbegabten Genius, und die Grundlage seiner nachfolgenden Größe.'— Als der Knabe 6 Jahre alt war, besuchte der Schullehrer von H^inburg seine Altern, deren Verwandter er war, und hatte Gelegenheit, die vorzüglichen Anlagen des Kindes zu be» merken. Er machte daher dem Vater den Antrag, ihn mit sich zu neh« men, und ihm Unterricht in der Musik und den nöthigen Lehrgegenstän- den zu ertheilen, welcher gerne angenommen' wurde. Nun zog H. an den Aufenthaltsort seines Verwandten, und lernte da unter andern fast alle Saiten-und Blasinsirumente, welches ihm nachmahls in seinen Studien ungemein fördersam war. 3Iahre hatte er diese Übungen fortge» setzt, als er in die Musikschule zu St. Stephan in W i e n kam, wo er bis zum 16. Jahre blieb, und sich des Unterrichtes guterMeister auf mehreren Instrumenten, vorzüglich aber im Gesänge zu erfreuen hatte. Der einzige Gegenstand, welcher daselbst nicht gelehrt wurde, war die Theorie der Musik, in welcher der Chordirector Reiter selbst monathlich höchstens zweymahl dem Knaben einige Vorbegriffe beybrach« te, so, daß der wißbegierige H. sich mit Selbstunterricht begnügen mußte, und denselben aus den dürftigen Quellen, welche ihm zu Ge» böthe standen, mit Lust und Liebe zu schöpfen suchte. Schon damahls versuchte er sich in der Composition, obgleich er hierin ganz auf sein na- türliches Talent, und auf die eigene Phantasie beschränkt war. — Um diese Zeit mutirte H. und erhielt nunmehr seine Entlassung aus der Churcapelle. Von diesem Augenblicke an war er sich selbst überlassen, und mußte, ohne von seinen dürftigen Verwandten eine Hülfe anspre» chen zu können, schon in diesem jugendlichen Alter sich durch seine musi- kalische Fertigkeit seiu Fortkommen suchen. Bey dem Mcßner der Mi« chaeler Kirche, Michael Spangler , im Stifthause, erhielt er nochdürftige Unterkunft in einer armseligen Bodenkammer, fristete sein Leben durch die kümmerlichste Nahrung und hatte nur eine ein« zige Freude, ein altes, von Würmern zernagtes Clavier, bey wel- chem er Tag und Nacht studnte, über demselben alle Sorgen der Wirk- lichkeit in seligem Genuß vergessend. Zum Glücke bekam er zu jener Zeit die Sonaten Eman. Bach's in die Hände, ein so gediegeneBMuster, daß der Einfluß derselben auf H.'s künstlerische Richtung in allen seinen Werken unverkennbar durchblickte.»—Ercompoiuite bald sein erstes Quar- tett, dessen Erscheinung ungemeines Aufsehen erregte, ohne daß man den Verfasser kannte. — Von nun an theilte er seine Stunden in Unterricht und Composition. 1759 erhielt er die Stelle einesMusikdirectors beyder gräfl. Morzin'schenCapelle, wo er endlich vor Nahrungssorgen gedeckt, seinem Streben eine würdigere Richtung geben konnte. Obgleich diese Anstellung nur von kurzer Dauer war, so ist sie doch dadurch merkwürdig.
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe E-H, Volume 2
Title
Österreichische National-Enzyklopädie
Subtitle
Buchstabe E-H
Volume
2
Authors
Franz Gräffer
Johann Czikann
Publisher
H. Strauß
Location
Wien
Date
1835
Language
German
License
PD
Size
13.3 x 22.0 cm
Pages
696
Keywords
Nachschlagewerk, Biografien
Categories
Lexika National-Enzyklopädie
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