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ebenstreit. — Hedervär. 531
Begleitung, 39 Canons für mehrere Stimmen. 42 deutsche und italie«
nische Gesänge, Canzonen und Duette. — Opern: a)Deutsche: Der
hinkende Teufel; Phl'lemon und Baucis; Der Hexensabbath; Geno»
feva; Dido ; letztere 4 für ein Marionettentheater, t») Italienische:
l^antai'inÄ, I'Incunti-o impi-nvvi«c> , I^u 8peciale, la ?esca-
lc» ^«Ila luna, I'lzolg <U«l>t)itÄtl>, I'Ins<^<1eitu ledel«,
i, la vera <Üc>8tl,nxa, Orlancl« palaclinli, ^rini-
, ^. en, I'Inledeltä dt>!u«a, Oi-fen, letztere componirte
H. in London. — Oratorien: Die Zurückkunft des Tobias; die
sieben Worte des Heilandes am Kreuze; die Schöpfung, dieses unver-
gangllche Meisterwerk, in dessen Harmonien ein ewig jugendliches Feuer
strömt; die Jahreszeiten, und endlich noch IZCantatenzu 3und4Stim-
men. Noch hatteH. viele Marsch«, Lieder, Tänze und während seinesAufent-
haltes in England eine große Anzahl von schottischen und englischen Gesän-
ge», Arien, Balladen, Canons, Contratänzen, Ouvertüren und andree
tleine Stücke componirt. Auch entstanden daselbst, außer oben genannter
Oper, die berühmten Chöre: Der Sturm; die Anrufung desNeptun;
tzer Traum und 10 Canons: die 10 Gebothe genannt.
Hebenstreit, wi l l ) . , Doctor der Philosophie, gelehrter Kunst«
lichter und Philolog, geboren den 24. May 1774 zu Ei sieben, siu«
bitte zu K ön igsb erg. Erprivatistrt seit 1811 zu Wien» Vom Iuuy
1816 bis April 1818 redigirte er die Wiener Zeitschrift für Kunst, Lite»
ratur:c. mit Gewandtheit und Eifer, so, daß selbe sich bedeutend hob,
und auch im Auslande den besten Ruf gewann. Hauptsächlich aber zo-
gen H.'s gewürzte theatralische Berichte mächtig an. Ebenso interessant
waren und bleiben seine Fehden mit MüI lne r (im Sammler), dessen Un-
gestüm bey H.'s Prudenz und Ruhe nicht selten unterlag. Von 1819—21
schmückte H. das Wiener Conversationsblatt mit manchen tresslichen dra-
maturgischen, topographischen und archäologischen Aufsätzen. 1828 erschien
inWien sein Dictionai-iuin editionum auctarum clazsicoruin etc.,
das in Ansehung der Preise für den österr. Horizont sehr brauchbar, ja un-
entbehrlich ist. Ein recht schätzbares kleines Handbuch ist sein: Der Frem»
de in Wien und der Wiener in der Heimat!), Wien 1829, von dem schon
1832 eine 2. Auflage erschien. Umsicht und Tact, Gediegenheit und Leich-
tigkeit sind Hauptvorzüge seiner Feder. Von der Kritik in Tagsblattern
hat H. sich ganz zurückgezogen, sett meist belletristische Jünglinge selbe
usurpirt, und der Nahme Schöngeist mit Unwissenheit so ziemlich syno-
nym geworden. Ein Wörterbuch der Ästhetik von H. ward als zu erschei-
nend vorläufig angekündigt. Seit Jahren hat H. eine umfassende kritische
Geschichte des gesammcen Schauspieiweseus ausgearbeitet, die einen
Schatz von Gelehrsamkeit und scharfsinnigen Beobachtungen und Folge-
rungen enthält. Es ist zu bedauern, daß der Verfasser durch Rücksichten
abgehalten werden musi, dieselbe herauszugeben.
Hedervär, Ungar. Marktflecken im Raaber Comitat, auf der In-
sel Schütt, mit einem schönen Schlosse der gräfi. Vicz ay'schen FamiliV
und einem englischen Garten. Hier ward die weltberühmte Viczay'-
sche Münzensammlung angelegt (s. Viczay), so wie die herrliche Bi-
bliothek und Gewehrkammer. H. hat schöneWaldungen undHausenfana,
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Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Volume 2
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe E-H
- Volume
- 2
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 696
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie