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s e i n z. — H e l e n a , St.
nicht so zu ordnen wußte, wie es die Kunst fordert, bezeugt sein Al-
tarblatt den h. Ignaz vorstellend, in der Iesuitenkirche zu Prag>
um welchen er so viele Figuren aufstellte, daß man erst diesen Hei«
ligen, der doch die Hauptperson in diesem Gemälde ist, aufsuchen
muß. Sonst zeichnete er Alles nach der Natur, und seine Zeichnungen
sind noch jetzt hie und da in Prag anzutreffen. Auch wurden einige
Gemälde nach ihm in Kupfer gestochen. Er starb an der Pest l7I3.
Von seinen Gemälden sind, außer dein obengenannten, folgende be»
kannt: Das Grab der h. Catharina, und das Altarblatt der armen
Seelen in der Pecevskirche zu Prag. — Familie Christi, ein Altar»
blatt in der Minoritenkirche zu P r a g. —« H. Laurenz, Hochaltar-
blatt in der Decanatkirche z» Bidschow in Böhmen. —. Marien-
bild auf dem, Carlshofe in Prag. — Das Hochaltarblatt bey St.
Heinrich in der Neustadt Prag, welches den h. Heinrich und
die h. Kunegunde vorstellt. Für die St. Catharinakirche in der
Neustadt Prag malte er alle Altavblattcr. In den Capellen und in dem
Kreuzgange bey der Kirche der Kreuzherren an der Prager Brücke sind
viele Gemälde von ihm.
Heinz, Ios. , Hofmaler Kaiser Rudolph's I I . in Prag,
wurde zu Bafel 1565 geboren, und in feiner ersten Jugend in der
Malerkunst von Johann v. Aken gebildet. Er besuchte die mei«
ften und merkwürdigsten Akademien. Der Ruhm,- den ihm seine Ge»
mälde überall erwarben, bahnte ihm den Weg zu K.Rudolph I I . ,
an dessen Hofe er 159U—-94 mit anehreren Künstlern arbeitete; der
Kaiser schickte ihn hierauf nach Italien, um Antiken von dort zu er-
halten. H. unternahm die Reise mit vielem Eifer, und um den Wün-
schen des kunstsinnigen Monarchen zu entsprechen, besuchte er Rom,
Venedig, Mantua, Florenz und andere Städte, woerfowohl
die Statuen, als die prächtigsten Gemälde copirte, und die Copien dem
Kaisernach Prag brachte. Sosehr diese Beweise seiner eifrigen Ver»
wendung dem Monarchen überhaupt gefielen; so erhielten doch den größ-
ten Beyfall: Leda, in der Manier des Co rregg io; Diana,
wie sie Actäon im Bade überrascht , und der Raub der Proser-
pina. Diese drey Stücke gründen allein schon H.'s Ruhm. Viele von
feinen Gemälden, deren er überhaupt eine große Anzahl hervorbrachte,
wurden von den Brüdern Sadeler, von L ucas Ki l ian und I.
Major in Kupfer gestochen. Seine Köpfe, besonders die weiblichen,
sind überaus angenehm, seine Farben zart und natürlich, und in seinen
Gemälden herrscht eine vortreffliche Harmonie. Er starb in Prag
1609. Mehrere seiner Werke befinden sich in der Wiener k. k. Bildergal-
lerie.
Helena, St . , niederösterr. Dorfim V. U. W. W. im romantifcheu
Helenentyale bey B a d e n , mit der kleinen St . Helena - Pfarr-
kirche, worin ein uraltes Bild aus Gyps geformt, die h. Dreyeinigkeit
vorstellend > merkwürdig ist. Zu dem hier befindlichen Hclenen-Recyen
werden jährlich bey 1N,M)U Kl. Holzes auf der Schwechat geschwemmt.
Vgl. Baden.
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Volume 2
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe E-H
- Volume
- 2
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 696
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie