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54l H e l I, M a x i m i l.
ten von hartem Holze, besonders gelang ihm eine spannhohe, sehr ähn-
liche Figur des^andwirthes Hofer aus Buchsbaumholz, welche zuerst
die Aufmerksamkeit der Kunstkenner auf sich zog. 1824 bezog H. die Aka,
demie zu München, zu welchem Zwecke er vom Grafen Leopold u.
Künigl Empfehlungsschreiben und vom National-Museum in Inns»
brück eine Geldunterstützung erhielt. Er wurde daselbst sehr gut aufge»
nommen, erhielt vom Könige von Bayern eine monathliche Unterstützung
und studirte durch 2 Jahre auf das eifrigste. Nach seiner Rückkunft
führte er mehrere sehr gelungene Arbeiten aus, wovon als die gelungensten
genannt werden können: Ein Basrelief in Birnbaumholz, die Rückkehr
der heil. Gen ofeva mit vielen Figuren vorstellend, welches er schon in
München vollendete, und es dann, vortheilhafte Verkaufsanträge
ausschlagend, dem National-Museum in Innsbruck aus Dankbar-
keit zum Geschenke machte, dann ein Basrelief, den Einzug der Jung,
frau von Orleans mit dem Könige Carl VI I . zu Rheims vorstellend,
ebenfalls mit vielen Figuren, welches sich im Schlöffe Tyro l bey Me»
ran befindet.
Hell, Maximi l . , Doctor der Philosophie, k. k. Hofastronom,
ordentlicher öffentl. Lehrer der Astronomie an der Wiener Universität,
Mitglied mehrerer gelehrter' Gesellschaften, berühmter Mathematiker
und Astronom, war geboren zu Sch emni tz in Ungarn den 13. May
1720. Sein Vater, M a th ias Cor nelius H., war Mathematiker
und Oberkunstmeister über alle Wassermaschinen in den Bergwerken da,
selbst. Nachdem H. das Scudium der Humanitätswissenschaften voll-
endet hatte, trat er 1738 zu Neusohl in den Jesuiten-Orden. Nach
zurückgelegtem Probejahre trat er 1749 in das akademische Collegium
zu Wien und studirte daselbst die peripathetische Philosophie. Darauf
wählte er- Mathematik und Astronomie zu seinen Lieblingsstudien,
und leistete 1745 dem geschickten Astronomen Franz, Hülfe bey dessen
Einrichtung des Experimentalmuseums. Nach vollendeten mathematischen
Studien kam H. 1746 nach Leu tschau und docirte in den dortigen
lateinischen Schulen, zugleich setzte er seine astronomischen Studien
fort. Mit Ende 1747 kam er nach Wien zurück, studirte vollends
Theologie und empfing 1751 die Priesterweihe. Sein drittes Probejahr
brachte er 1752 zu Neu so hl in Ungarn zu, und begann daselbst eine
Sternwarte zu bauen, vor deren Vollendung ihn jedoch sein Provinzial
nach Klausenbu rg in Siebenbürgen sandte, um daselbst den Bau
des akademischen Collegiums und der Sternwarte zu betreiben, und zu»
gleich Vorlesungen über die Mathematik zu halten. Dasselbe Jahr er-
hielt H. auch die philosophische Doctorwürde. 1754 führte er das Stu-
dium der Philosophie nach der neuen Form zu Klausenburg ein,
und wurde 1755 von der Kaiserinn Mar ia Theresia in Anerkennung
seiner großen Talente als k. k. Astronom an die Universität-zu Wien
berufen. H.'s ausgebreitete Kenntnisse in dem Fache der Astronomie er»
hob zuerst die Wiener Sternwarte zu einer Bedeutung, die sie nun»
mehr den ersten dieser Anstalten in Europa gleichstellt. 1757 wurde
ein Lehrsiuhl der Mechanik an der hohen Schule zu Wien gegründet,
und H. abermahls zum Professor dieses Lehramtes gewählt, welches er
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Volume 2
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe E-H
- Volume
- 2
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 696
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie