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Herberstein, die Freyherren und Grafen. 55!
und Antiken'Cabinets, v. Steinbüchel, große Verdienste um die va-
terländische Numismatik durch deren sehr kostspielige Herausgabe, mit-
telst erhaltener kaiserlicher Erlaubniß zum Abdrucke derPlatten, erwarb.
Der Tert dazu wurde vom Director v. Steinbüchel verfaßt und das
Werk erschien unter folgendem Titel: H erä us's Bildnisse regierender
Fürsten und berühmter Männer vom 14. bis zum 18. Jahrhundert,
in einer Folge von Schaumünzen auf b'3 Kupferrafcln, zusammengestellt
mit erklärendem Texte, Wien 1328. Es wurden davon 2Ausgaben ver-
anstaltet, die erste auf Velin, Großfolio; die 2. Prachtausgabe, auf
ausgezeichnet schönem Velin und in größerem Formate mit den ersten Ab-
drücke».
Herberstein, die Freyherren und Grafen, ein edles, steyer-
märkisches Geschlecht, dessen Zweige sich auch über Kärnthen, Krain,
Osterreich, Böhmen, Mähren und Schlesien ausbreiteten und welches
noch in zwey Hauptlinien blüht, deren jede die gräfl. Würde besitzt. Der
Ursprung dieses Geschlechtes verliert sich bis in das graue Alterthum/ als
«sten Stammherrn nennt man Heribert, einen Landmann, welcher
9ö5 in der berühmten Schlacht am Lechfelde gegen die Ungarn so ta«
pfer und mannhaft kämpfte, daß er von Kaiser Otto I. den Ritterschlag
erhielt und sich in der Folge eine Burg an den Ufern der Feistritz erbaute,
welche der H erberts-Stein (Herberstein) genannt wurde, welchen
Nahmen sich, nach damahliger'Sitte, in der Folge das ganze Geschlecht
beylegte. Bis zu Ende des 13. Iahrhundertes herrscht zu viel Dunkel in
der Geschichte, um die Ahnen dieses edlen Hauses ununterbrochen nach»
weisen zu können, nur so viel ist geschichtlich erwiesen, daß das Stamm»
schloß wahrend der Unruhen uiuer Albrecht I. in andere Hände kam
und erst durch Otto I. (von Harprog genannt), 129N wieder an
die Familie gebracht wurde. Otto I I . v. H. kämpfte unter Fried-
rich dem Schönen in der verhängnißoollen Schlacht bey Mühldorf
1322, theilte die Gefangenschaft dieses Fürsten und hinterließ 2 Söhne:
Heinrich und Otto I I I . Der Sohn des Ersteren: Günther, hey»
rathete um 14l)N die reiche Erbinn Anna von Eb erstein und kam da«
durch in den Besitz großer Güter in Kärnthen, Krain u»d Istrien, er
starb jedoch ohne männliche Erben und seine reichen Güter gingen an
seine Vettern Georg und Andreas, die Söhne Otto's I I I . über,
welche die noch blühenden 2 Hauptlinien des Hauses stifteten. ^. Die
ältere steyrisch e Hauptlinie. Georg v. H., deren Stammherr,
glänzt in der Geschichte durch seine unerschütterliche Treue an seine Lan-
desfürsten, er vermehrte auch noch reichlich die ererbten Güter. Johann
und Anton v. H. umstanden 1462 den Kaiser Friedrich I I I . in den
Tagen der Gefahr, als er von den Wienern i» seiner eigenen Burg be-
lagert wurde. Bernhard v. H. zeichnete sich schon in frühester Ju-
gend unter Kaiser Maximi l ian durch Kriegöthatm aus und erhielt
von König Ferdinand I. bey Gelegenheit dessen Krönung zu Prag
den Ritterschlag. Sein zweytgeborner Sohn Georg v. H. hatte 22 Kin-
der, von welchen B ernardin die noch blühende steyermärkische Linie
fortpflanzte, Georg Andreas aber die böhmisch - schlesische Linie stif-
tete, welche mit dem Tode Ioh. Leop. Erdmanns, Grafen v.H.
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Volume 2
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe E-H
- Volume
- 2
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 696
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie