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stamm, die Gra fen . 573
z. B. eine Schröder, Löwe ic< zu seinen Mitgliedern zählt«. Hl«r
^ualisicirle sich H. zum formlichen Heldenspieler, seine vorzüglichsten
Mollen waren: Iaromir i» der Ahnfrau, Faust iuKlingem an n'sgleich«
nahmigem Schauspiele, Carl Moor, Hugo in der Schuld, Estavajel
in Johanna v. Montfaucon u.a. m. und er wußce si h durch sein herrli«
ches Organ, wie durch sem verständiges besonnenes Spiel stets rauschenden
Beyfall zu verschaffen. Ali dieses Theater jedoch durch Einführung der
Kinderballete in eine andere Sphäre gedrängt wurde und nach Aufhebung
derselben zu sinken begann, verließ auch H. 1821, seine Stelle gegen
ein erneuertes Engagement auf der Hofbühne, wo er seitdem im Besitze
gewisser Rollen sich fortwährend in der Gunst des Publicums erhalt, uuge«
achtet sein oberflächliches Memoriren, eine Bloße, derer sich niemahls g.inz
einwinden konnte, noch immer nichtga, zu selten bemerkbar wird. Die wich-
tigsten seiner jetzigen Rollen sind: Sylvester in Kleist's Familie Schrof«
fenstein, Ulrich Hort in Houwa ld's Leuchtthurm, Theramen inPhn-
dra, Glocester in Lear, Lorenzo im Romeo, König in Heinrich IV. lc.
Seine Gattinn Sophie, eine gedorne Hackl, war in früherer Zeit
a!j Sängerinn berühmt, seine Tochter Sophie trat durch einige
Zeit im Theater in der Leopoldstadt und einige Mahle im Hofburgthea-
ler ohne sonderlichen Erfolg auf.
Heussenstamm (Heissenstein)/ die Grafen, c:n akreichs»
adeliges Geschlecht, welches aus den Rheinlandern stammt und schon
vor Jahrhunderten das Erbmarschallamt des Churfürsten von Mainz
bekleidete. Das alte Stammschloß diesej Geschlechtes liegt im Hessischen
m der ehemahligen Grafschaft Katzenellenbogen. Ein Ritter O t t o
v. H. findet sich schon 942 bey dem Turniere zu Nothenburg/ je»
doch führt der Stammbaun» des Hauses nur bis zu Anselm v. H. hin»
auf, welcher l 165 lebte. Sebastian v. H., welcher in gerader Linie
von Letzterem abstammte, war 1531 der Rechte Doctor, 1542 Domherr,
1550 Erzbischof und Churfürst von Mainz, er belehnte die Familie mir
dem Erbmarschallamte dieses Churfürstenthums. Die rheinische Linie die-
ses Geschlechtes erlosch mit de» Brüdern Johann und Phi l ipp, wel»
che um I6UN unverehlicht starben und die Besitzungen dieser Linie (wer-
unter auch das Stammschloß) wurden 1630 an Erwein Grafen von
Schönborn verkauft, wovon eine Linie dieses Geschlechtes den Nah«
meu SchonborNlHeussenstamm führt.Ioh. Freyh. v.H., Neffedes
Churfürsten Sebastian H. verehlichte sich 1565 mit einer Tochter dcs
isterr. Geschlechtes der Welzer v. Spieqe lfcld, und starb 1598,
nachdem er Gründer der csterr. Geschlechtslinie derH. ward. Dessen Enkel
erscheinen als Grafen, dessen Urenkel aber als Reichsgrafen von H. zu
Grafenh ausen, von welchen Letztern Otto Felicia» vonH. zu G.
Erbmarschall von Mainz undniederösterr. Vice-Statthalter, das Haus
fortpflanzte und 1693 starb. Sein Sohn Christoph Carl v. H. zu G.
Erbmarschall von Mainz, Herr der Herrschaften Stahremberg,
Fischau, Hörnstein, Emerberg, Ober-Wal tersdorf, Erb-
herr auf Reiz, vermahlt mit einer Gräfinn von Oileis, gründete das
Familien »Fideicommiß, wodurch die Familie für seine Söhne Franz
und Carl in 2 Linien getheilt wurde.
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Volume 2
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe E-H
- Volume
- 2
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 696
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie