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576 Heyrenbach. — H ickel, An4.
ssige Fahrnisse mitgerechnet wurden. 2) Die betreffende gerichtliche ?o«
Horde muß die Ächtheit der Schätzungs, Urkunde, und die ausgestellte
Widmungs. oder respective Cessions-Urkunde bestätigen, einen Extract
der bereits auf die Realität gemachten Vormerkungen 5eyschließen, und
falls die Caution auf eine ungar. Realität versichert werden soll, in der
Intabulations-Clausel zugleich bestimmt ausdrücken, dasi der Besitzer
der Realität der unbezweifelte Eigenthümer, und nicht etwa ein bloß«
Besitzer aus dem Pfandrechte sey. — Von sonstigen Zuflüssen können
nur bey Berechnung der als H.-C. auszuweisenden Nebeneinkünfte in
Ansatz gebracht werden: 1) Der Betrag der Ordens-Pension, welche
die Bräute der Maria Theresien - Ordens-Ritter für den Fall ihres
Witwenstandes zu erwarten haben; jedoch nur dann, wenn der Bräu»
tigam schon selbst im Genusse der Ordens-Pension steht. 2) Die Hälfte
des Pensions-Betrages jener pensionirten Officiers- oder Beamtens,
Witwen, welche im Falle ihres abermahligen Witwenstandes in den vo«
rigen Pensions-Genus: wieder einrücken. 3) Die Hälfte des charakter-
maßigen Pensions - Betrages, wenn die Bräute solche Zöglinge des
Hernalser Officiers-Töchter-Institutes sind, denen zu Folge der Pri-
vilegien dieses Institutes beym Ableben ihrer Gatten die charaktermäßige
Pension gebührt. — Jeder Antrag, eine Heyrath ohne Erlegung ein«
Caution gegen Pensions-Verzichts-Revers zu erlauben, ist allen Mili,
tär »Behörden durchaus untersagt; eine solche Heyrath kann also nur in
so fern Statt haben, alsderKaiser ein solches Heyrachsgesuch mitVerzicht
auf Pension zu berücksichtigen sich bewogen findet, wo sodann die Braut
den Revers nach dem mit hofkriegsräthlicher Verordnung vom 15. Murz
1816 vorgeschriebenen Formular einzulegen hat.
Heyrenbach, Job., CustoS an der Hofbibliothek in Wien,
Professor der Diplomatik an der Wiener Universität, war I74N gebe»
ren; er vollendete in Wien seine Studien, und erhielt die Professur
der Diplomatik an der dasigen Hockschule. 1773 wurde H. als überzih«
liger Custos an der Hofbibliothek angestellt, rückte 177? zum wirklichen
Custos vor, und erhielt als solcher 1782 den Auftrag, den dalalußue
des Uloilnoieg en oi- e« en argent (s. D u v a I) zum Behufe einer ver-
besserten Auflage neu zu bearbeiten, er starb jedoch noch in diesem Jahre,
ohne denselben vollständig ausführen zu können. H. hinterließ jedoch
eine sehr wichtige Recension von 551 Handschriften der Wiener Umvel»
sitätsbiblioihel in 3 Foliobänden, wodurch er sich um dieses Institut be»
sondere Verdienste erwarb. Ein tressliches Werkchen ist seine ältere Staats»
geschickte Österreichs. Linz, 1776.
Hickel, Ant. , t. k.Kcmmermaler, war 1749 zu Böhmisch-
Leippa geboren. Von seinem Bruder, dem ebenfalls rühmlich bekann»
ten Kammtrmaler, Ios. H., erhielt er seine erste Kunstbildung ünd ssu»
dirte sodann an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Viele
Iahl'e lebte H. in der Schweiz, in Par is und in London. Anfangs
1798 ging, er nach Hamburg, und beschäftigte sich daselbst mit der
Ausführung der Bildnisse mehrerer dort befindlichen Gelehrten, ?als ihn
den 3(1. Oct. desselben Jahres der Tod hinwcgraffte. Seine vorzüglichsten
Gemälde sind: Das in London gemalte große Bild der Versammlung
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Volume 2
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe E-H
- Volume
- 2
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 696
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie