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erblandischen Adelstand erhoben wurde. Nach vollendeter sorgfältiger Er-
ziehung studirte H. dieHeilkunde unterder Leitung des berühmtenStoll
auf der Universität zu Wien, und erhielt, nachdem er 1784 graduirt
worden war, das Physikat zu Waidhofen an der Thaya, wel°
ches er jedoch in kurzer Zeit wieder verließ, da es ihm nicht den nöthigen
Unterhalt gewahrte. 17^7 folgte H. dein polnischen GrafenMniezek
als Leibarzt nach Volhynien, wo seine ausgezeichneten Talente bald so
rühmlich bekanntwurden, daß ihm König Stanissaus von Polen
noch dllsselbe Jahr den Hofrathstitel ertheilte. 1793 wurde H. als Pro-
fessor der Klinik auf die Universität zu Lemberg berufen und nachdem
diese 1805 mit der Universität zu Krakau vereinigt wurde, versah er
hier dieselbe Lehrstelle mit dem Directorate der Facultät und erhielt zu»
gleich den k. k. Nathstitel. 180? kam H. als Professor der Klinik an die
Universität zu Wie,"., wurde 18N zum Director des Kranken- und Fin-
delhauses ernannt, 1814 zum wivkl. niederösterr. Regierungsrath erho»
ben und starb den 31. May 1818. In jedem seiner Wirkungskreise hatte
er sich du^ ch seine thätige Verwendung, großen Talente, durch Beför-
derung der rein hypokracischen Medicin, so wie durch s.'me Diagnostik
ain Krankenbette allgemein verdient gemacht. Im Drucke gab er heraus:
Wink zur nächsten Kenntnis, der Hundswuth, Wien 1797. — Über die
Pest, eb. 1796. — Institutiones pliarmacaloßiae, eb. 1804. —
I^at!a medencn' in «cliola practica Vindobonen«!, 2 Bde. eb. 1809
— 22. — Über den ansteckenden Typhus, eb. 1810. 2. Aufl. 1815,
sein Hauptwerk, wovon auch 4 Übersetzungen in italienischer und fran-
zösischer Sprache erschienen. — Institutiones pi-acticn-medicae, 4 Bd?.
eb. 1816 — 25. — 2I«6itatione8 practica-medicae , 2 Bde. eb.
1817—20.
Hiller, Ioh.Freyd. v., k. k. geh. Rath, General- Feldzeugmeister,
Commandeur dei Maria-Theresienordens, Inhaber des Infancerie-Regi»
mentes Nr. 52, war geboren zu Wien e r-N eusta d t1755. Er trat !77N
in die österr. Artillerie ein, avancirte in derselben zum Generalmajor,
wohnte dem bayerischen Erbfolgekriege 1778 — 79 bey und nahm thati»
aen Antheil an dem Türkenlncge 1788 — 91 und an den Feldzügen ge«
gen die französ. Republik 1792 — 9? auf den verschiedenen Kriegsthea-
tern der Niederlande, Deutschland und Italien. 1805 noch vor der Er-
öffnuug des Feldzuges avancirte H. zum Feldmarschall - Lieutenant
und zeichnete sich auch in diesem Kriege rühmlich aus; doch verdankte
er den Ruhm eines ausgezeichneten Generals vorzugsweise seiner mili'
tärischen Thätigkeit, die er im Feldzuge 1809 entwickelte. In die-
sem war ihm das Commando des 6. Armeecorps, 26 Bataillons, 16 Esca-
drons stark, übertragen ; er übernahm jedoch am 20. April den Oberbefehl
über die 3 Corps des österr. linken Flügels, nähmlich des 5. (Erzherzog
Ludwig), des 6. (General Hi t ler) , des 2. Reservecorps (General
Kienmayr), zusammen 45 Bataillons 38 Escadrons. Diese Truppen
hatten eine 3 Meilen ausgedehnte Stellung ume, während Napo-
leon ihnen concentrirt beyÄbensberg gegenüberstand; der Erzherzog
Carl stand an diesem Tage mit den 3 andern Corps der Armee in R e°
gensburg. Napoleon beschloß die österr. Armee zu trennen und ei«'
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Volume 2
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe E-H
- Volume
- 2
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 696
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie