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Hoch-Osterwitz. — Hochverrat!). 587
ße zu Mühlsteinen bearbeitet, von denen jahrlich 3—4,0(10 Stück nach
allen Gegenden Ungarns abgesetzt werden.
Hoch-Osterwitz, Schloß im Klagenfurter Kreise des Herzogth.
Kcirnthen (Königr. Illyrien), auf einem 150 Klftr. hohen nackten Felsen/
ist seiner Sehenswürdigkeiten wegen, derZ/elpunct mancher Ausflüaeaus
Klagenfurt. Nebst einem gefährlichen Fußsteige führt ein enger Fahr-
weg durch 14 Wachhäuser und Bastionen und über 3 Brücken, unter
welchen sich grausenerregende Abgründe befinden, zur Veste hinauf. Die
schöne Kirche in dem untern Theile des Schlosses, der Übungs- und Tum-
melplatz, die Wohnungen der Streiter, die obere Capelle, der 50 Klftr.
tiefe, in Felsen gehauene Brunnen und die Rüstkammer mit zahlreichen
alten Waffen sind hier sehenswerh.
Hochstadt, Schlacht bey, den l3. Aug. 1704. Bey H. in Bayern,
unweit Di l l ingen, welkte unter Marschall Tallard 1704 der Lor-
beer Frankreichs, mit welchem Vil lars auf demselben Platze ein Jahr
früher dessen Krone schmückte. 60,000 Franzosen und Bayern unter dem
Churfürsten der Letztern, Maxim i l ian Emanuel, und den franzö»
sischen Marschallen Tallard und Marsin wurden von 53,000kaiser-
lichen, englischen und holländischen Truppen am 13. Aug. angegriffen.
Die großen Feldherrn, Eugen von Savoyen und M a r l»
borough, waren an ihrer Spitze, und führten sie zum größten
Siege, welcher über Frankreich im spanischen Erbfolgekriege erfochten
wurde. M a r l b o r o u g h warf sich auf den rechten Flügel des Fein«
des, wo Tallard den Befehl führte. Dieser, der ein sehr kurzes Ge»
sicht hatte, lieferte sich selbst einer Escadron Hessen in die Armeundwurde
gefangen. Auch Eugen trieb auf dem andern Flügel nach mehreren
hartnackigen Angriffen Alles vor sich her. Der Churfürst und Marsin
fiohen, und man vergaß in derVerwirrung einem Corps von 12,000 Mann
französischer Kerntruppen Befehl zum Rückzüge zu geben. Diese waren
im Dorfe Blenh eim eingeschlossen und mußten sich ergeben. 1200
h»he und niedere Offiziere, unter ihnen Marschall Tallard, 12,000
Todte, 15,000 Gefangene — nicht viel weniger Verwundete und Ver-
sprengte, denn man konnte nach der Niederlage kaum 20,000 Mann zu«
sammenbringen — 200 Fahnen, 100 Kanonen, 3000 beladene Trans»
oortwägen, 300 Maulthiere mit Gepäcke; dieKriegscasse undvierthalb»
tausend Zelte hatten die Franzosen u»d Bayern verloren. Eine Strecke
von beynahe 100 Meilen Landes mußte den Siegern, welche, in der
Schlacht 9000 Mann eingebüßt hatten, überlassen werden. Die Franken
fiohen über den Rhein, der Churfürst von Bayern nach Brüssel. Sein
Land war Österreichs Eroberung.
Hochverrath. Dieses Verbrechen wird nach österr. Gesetzen von
demjenigen begangen: 1) Der die persönliche Sicherheit des Oberhauptes
des Staates verletzt; 2) der etwas unternimmt, was auf eine gewaltsame
Veränderung der Staacsverfassung, auf Zuziehung oder Vergrößerung
einer Gefahr von Außen gegen den Staat angelegt wäre, es geschehe
öffentlich oder im Verborgenen, von einzelnen Personen oder in Verbin-
dung, durch Anspinnung, Rath oder eigene That, mit oder ohne Er-
greifung der Waffen, durch mitgetheilte, zu solchem Zwecke leitende
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Volume 2
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe E-H
- Volume
- 2
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 696
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie