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588 H o ck. - Ho d ilz.
Geheimnisse oder Anschläge, durch Aufwieglung, Anwerbung, Ausspnhung,
Unterstützung oder durch was sonst immer für eine dahin abzieleudeHand-
lung. Auf dieses Verbrechen, wäre es auch ohne allen Erfolg nur bey dem
Versuchegeblieben, wird dieTodesstrafeverhängt.DerMitschuldige, welcher
das Verbrechen des H.'s vorsätzlich zu hindern oder anzuzeigen unterläßt,
wird mit lebenslangem schweren Kerker bestraft. Wer die Unternehmun-
gen, obschon selbst schuldig, als sie noch geheim waren, oder der Scha-
den verhindert werden konnte, entdeckt, entgeht der Strafe.
Hock, Dr. Carl Ferd. , öof-Conceprspracticant bey der
k. k. allgemeinen Hofkammer, ist geboren zu Prag den 18. März I8N8.
Seine Studien begann H. am akademischen Gymnasium daselbst, kam
1322 nach Wien , studirte an der Universität daselbst Philosophie
und erlangte daraus 1823 den Doctorgrad. 1832 wurde H. Grün-
der und Vorsteher eines Privatvereins zur Unterstützung hülfloser Armen,
der »'ich sväter einem ähnlichen durch den Grafen Hoy os-Svrinzen-
stcin entstandenem Vereine anschloß. Außer mehreren gehaltvollen
und geistreichen Aufsätzen in den philosophisch-theologischen Zeitschriften
von Wien, Bonn, Breslau, dann in dem Bothen für Tyrol und
Vorarlberg sind von ihm im-Drucke erschienen: Cholerodea, ein Zeitge-
mälde, Wien 1832.—Novellen und Erzählungen, eb. 1834. — Carle-
sius und seine Gegner, eb. 1835. — 1833—34 war H. Redacteur des
Wochenblattes „der Jugendfreund," worin mehrere gehaltvolle Aufsätze
vo» ihm erschienen.
Hodiy, Albert Ios. Graf v., war auf Roß wa lde in Mähren
170k) geboren. In seiner Jugend bereiste er Italien und vermählte sich nach
seiner Zurückkunfr mit S o p h i e , Witwe des Markgrafen Geo rg
Wilh el m von Bai re u tb, welche um 22 Jahre älter war als er. Cr
wühlte nun sein Landgut Roßwalde zum bleibenden Aufenthalt und
verwandelte die ganze uniliegende Gegend mit ungeheurem Aufwande in
einen großen Park, welche Unternehmung zwar auf das pracht- und ge-
schmackvollste vollendet und unterhalten ward, aber auch das Vermögen
des Grafen fast erschöpfte. 1770 besuchte ihn König Fri e d ri ch I I . von
Pr?!lsien, welchen H. mit königlicher Pracbt empfing, seine Schulden-
last aber dadurch bedeutend vergrößerte. Nach dem Tode seiner Oemah»
linn folgte H. einer Einladung des Königs nach Potsdam und starb
daselbst 1778.— Seine Reise nach Iralien machte in dem kunst- und
prachtliebcnden Gemüthe des Grafen H. zuerst die Idee jener Anlagen in
Rostwalde rege, die er später so bewundernswürdig ausführte. Sein
Aufenthalt an dem glänzenden HofeCarl's VI. zn W i e n , wo
er als Kämmerer stets Augenzeuge und Mitgenoffe so vi»ler kunstvol-
ler und schimmernder Festlichkeiten war, befruchtete seine schon von
Naciir aus glühende und vroductive Einbildungskraft noch mehr. Als
sich Graf H. in der Lage befand, seinen mit allen, Feuer derIugendge-
yeqten Lieblingsulan, Rosiwaldezu einein Feensitz umzuschassen, zur
Ausführung zu bringen, war es sein erstes Geschäft, alle Arten von
Kuüsttalente in seinen Kreis zu pichen, dergestalt, daß es fast gar kei-
nen artistischen Zweig gab, der m ües <^>.afen Umgebung nicht durch ein
geschicktes Individuum beseht gewesen wäre. Nach der eigenen und höchst
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Volume 2
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe E-H
- Volume
- 2
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 696
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie