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Hodoscrscc. — Höchle Ioh. Bapt. 589
comvcteuteu Angabe des Grafen wurde Roßwalde wie durch einen
Zaul)«'schlag in rinen Vereungimgspunct aller nur erdenklichen Vust-
umgewandelr. Was Namr und Kunst nur immer hervor-
hen und zu genießen, doch kei
anstauen umg
iiibnngcn vermochten, war hier zu sehen und zu genießen, doch keines«
,veg> lediglich «ach einem materiellen Princip, sondern nach einem h'ö«
heren geistigen und eines gebildeten Verkehrs und edleren geselligen Um-
aanges vollkommen würdigen Gesichtspuucte. Zu diesem Ende ging der
geniale Besitzer so weit, daß er die große Anzahl seiner Musiker, Schau-
spieler/ Tänzer, Sänger:c>, eigens für den-Umgang der großen Well
bilde» ließ. Die zahllosen Gebäude seines weilläufigen Parks, die Ma-
schinerien, Theacer, Feuer» Und Wasserwerke und andern küxstlerischenEin»
nchmngen waren weniger an und für sich selbst, als durch ten geläuterten
Oeschmaä' und Geist der Feinheit ihrer Verwendung zu Festlichkeiten
allcrÄrt btwundenlswerth, die aufRoßwalde nur aufhörten, um in
neuen Formen, wieder zu beginnen. Und die von allen Seiten herbeyströ-
menden Theilnehmer an diesen füst überirdischen Freuden in Erstaunen'
und Entzücken zu versetzen. Der Part enthielt allein über 4000 Wafser-
limsie, einen großen Canal, mehrere Seen, eine große Menge von so^
genannten Lusthäusern und eine originelle Bevölkerung von verschiedenen
lhieraattungen. Selbst künstliche Staffagen brachte der Graf dadurch
lM, daß er Bediente, alte Männer Und Weiber, e'enso kleine Un'o
größere Kinder, auf niancherley seltsame, mitunter allegorische Weife
costumirt, an verschiedene H5unctt des Parts in verschiedene Simcmonen
Wd Gruppen vertheilte, je nachdem es ein besonderer lünstlerischerZwecö
lcheischen mochte. Selbst die gemeinsten Gegenstände,z.B. Hundesiälle>
ökonomische Geräthfcyäften, Brunnen u. dgl^ waren oft, freylich etwas
I'izarr, idealisirt, und gingen zuweilen ins Phantastische über. Seinen
theuern Freuud und Verwandten zu ehren, ließ König Friedrich I I .
jmen Theil der Iägexstraße inPotsdam, wo H. gewohnt Hatle'/Ho-
ditzstraße nennen. - ^
Hodosersee, See imDobokaerComitate Siebenbürgens, im Lan-
de der Ungarn, ist bey drey Meilen lang, und ungemein reich an Fi-
schen, Wasservögeln und andern'Thieren. ''
Höchle, Ioh. Vapt. , t. k. Hofkämmermaler, war'geboren
den 19. Oct. 1754 zu K l i n g e n a u im Canton Aargau M der
Echweiz, In frühester Jugend schon zeigte er ungemein viel Sinn und
Neigung für Kunst, mußte sich jedoch der Armuth seiner Altern' wegen
dazu verstehen, das Töpferhandwerk zu lernen, wobey sich aber schon
seine Talente bey dem Malen von Geschirren beurkundeten. Durch Em-
Uehlüng kam er um 1770 in das Stift St. Bl asien zu dem damah-
ligen fürstl. Hofmaler M orat und als dieser starb, begab sich H. nach
Augsburg, wo damahls die erste Künstler- oder Malerakademie be-
stand. Unter Leitung des wackern Historien- und Fresco-Malers Hart-
mann studirte H. hier mit großem Fleiße und unglaublichem Eifer, so,
baß er, da er bey Tage für diesen Künstler arbeiten mußte, den größten Theil
der Nacht zu Selbststudien benutzte, und wurde bald einer der ausge-
,'eichneisten Schüler der Akademie; bereits im ersten Jahre erhielt er dcu
4. Preli> im Modellstudium, das 2. Jahr bekam er den ersten Preis.
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Volume 2
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe E-H
- Volume
- 2
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 696
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie