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auch im Zeichnen nach der Natur Unterricht erhielt, letzteres, seinem
Talente mehr zusagend, ging ihm auch besser von Statten. 18UN kam
H. mit seinen Altern nach Wien , 1804 trat er in die Akademie der
bildenden Künste daselbst, wo er an dem damahlige» Director Füg er,
so wie an den Landschaftsmalern D ies , Wutky u., a. bereitwillige
Freunde und Gönner fand; 1806 kam H. zu dem bekannten Bataillen-
Maler Duv iv ie r , unter dessen geistreicher Anleitung er bis IL l I mit
vielem Erfolge studirte, und sich in der Composition übte. 1815 wurde
ihm auch sein sehnlichster Wunsch, einem Feldzuge beyzuwohnen, un!>
Militärscenen nach der Natur aufzunehmen, erfüllt. Durch Protection
des ausgezeichneten Grafen Rud. v. Wrbna wurde H. die Ehre zu
Theil, im Gefolge des Kaifers Franz nach Frankreich zu kommen, er sah
zuParis das eben in Auflösung begriffene herrliche Muzee Napoleon:
die eben anwesenden englischen, russischen und preußischen Truppen lie-
ferten ihm vielen Stoff zu Bildern, den er auch reichlich benutzte; von
Paris reiste H. nach D i j o n , wohnte daselbst dem großen Manöver
bey, und kehrte sodann über Base l , durch ganz Tyrol, Mai land und
Venedig nach Wien zurück. Eine große Menge Skizzen waren die
Früchte dieser Reise. 1819 hatte H. das Glück, ebenfalls durch Pro-
tection seines hohen Gönners, wieder im Gefolge des Kaisers eine
Neise nach Rom und Neapel , bloß um Landschaften und Ceremonien
aufzunehmen, mitzumachen, ebenso 1820 nach Ofen und Pesth zu
dem großen Cavallerie-Lager, welches sich daselbst befand, zu kommen;
1833 erhielt H. die durch den Tod seines Vaters erledigte Stelle eines
k. k. Kammermalers, zum Beweise der kaiserlichen Zufriedenheit mit sei-
ner vieljährigen thätigen Verwendung. Seine vorzüglichsten Gemälde
sind: Die Schlacht bey Aspern in 2 verschiedenen Momenten, seine
erste größere Arbeit, nach eigener Angabe des Fürsten Johann L i e ch-
tenstein,in dessen Besitz sich auch diese Gemälde befinden. Das im
Belvedere befindliche große Bild: Der Übergang der verbündeten Heere,
Kaiser Franz, umgeben von seiner Generalität an deren Spitze, über
die Vogesen; die Skizze dieses Gemäldes entwarf H. 1815 nach der Na-
tur. Kaiser M a x auf der Martinswand, RudolphvonHabsburg
mit dem Priester, Albrecht IV. zu Jerusalem, in Begleitung von
Templern und Iohanniter- Rittern. Endlich zeichnete H. auch die S5iz-
jen zu dem im Steindrucke erscheinenden Werke: Momente aus dem
Leben des Kaisers F r a n z I . , welches vom Weihbischofe I o rdan iky
herausgegeben wird.
Höck, Franz, infulirter Propst zu Lekker und Käcs in Un-
garn, k. k. Hofrath, Ritter des Leopold-Ordens und gewesener Direc-
tor der Akademie der morgenländischen Sprachen, ist am I I . Oct. 1749
zu Preßburg in Ungarn geboren, wo sein Vater dem Handelstande
angehörte. Er selbst widmete sich dcm geistlichen Stande, und trat in
den Orden der Jesuiten, nach deren Aufhebung er 1777 als Präfect in die
besagte orientalische Akademie trat, wo er zugleich Professor der Philo-
sophie und der morgenländischen Sprachen war, deren Kenntniß er sich
durch unermüdetes Studium gleich nach seinem Eintritte in das Institut
erworben hatte. Zum Lohne dieser seiner Bemühungen ernannte ihn
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Volume 2
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe E-H
- Volume
- 2
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 696
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie