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Högelmüller. — Höger. 595
sich zur Seelsorge bequemen, wurde 1798 Pfarrer zu Steinhaus/
unweit Wels, 18N4 Pfarrer zu Kirchheim bey Gmu nden, und
1812 Pfarrer zu Kematen, zwischen Linz und Kremsmünster.
Seine Schriften sind: Die Volkssprache!» Osterreich, vorzüglich ob der
Enns, Wien 1800. — Der blaue Montag, eine Volksschrift, 1808. —
Etymolog. Wörterbuch der in Oberdeutschland, vorzüglich aber in Osterreich
o. d. Enns üblichen Mundart, 3 Thle. Linz 1815. Diesem classischen
Werke ward die Anerkennung der ganzen gelehrten Welt und vieler aus»
wärtiger Gelehrten, als des Staatsrathes Merlan in Paris:c. zu Theil.
Högelmüller, Georg, Ritter v., l. k. Major, Gründer der wech«
selseitigen Brandoersicherung in Osterreich, Ehrenmitglied der Landwirth«
schafts-Gesellschaftzu Laib ach, wargeboren zu Wien den 6. Febr. 1770
Und wurde zu Strasiburg erzogen. Seine öffentliche Laufbahn begann'
er in l. k. Militärdiensten. Seine Neigung für Pferdezucht und seinebe«
sondere G «schicklich keit in diesem Fache erwarb ihm bald einen Ossicierpo«
sten auf den kaiserl. Gestüten in Ungarn und er erwarb sich durch seine
vielseitigen Kenntnisse, so wie durch seine rastlose Bemühung große Ver»
dienste. Nachdem H. alle Kriege bis 1815 mit großer Auszeichnung mit»
gemacht hatte, wovon seine Wunden einen ehrenvollen Beweis lieferten,
wurde er nach Beendigung des letzten Feldzuges in der Eigenschaft als
Majorpensionirt, erüberließ jedoch seinePension edelmüthig dem Staate
und widmete sich bis zu seinem Tode den edelsten und für dieBewohner des-
österr. Kaiserstaates wohlthätigsten Unternehmungen. Durch seine rast»
losen menschenfreundlichen Bemühungen, wobey er leine Opfer sparte,
um zum Zwecke zu gelangen, kam 1824 die so wohlthätige wechselseiti»
ge Brandversicherungsanstalt zu Stande, welche schon 1825, nach ein-
jährigem Bestände 58,687 Theilnehmer mit 114,236 Gebäuden im
Schatzungswerthe von 26,068,400 fl. C. M. zählte. Noch mit mehreren
gemeinnützigen Planen beschäftigte sich H. unablässig, deren für das all«
gemeine Beste gewiß sehr segenbringendeAusführung nur durch seinen für
das Wohl der Menschheit zu frühe» Tod verhindert wurden. Erstarb, allge»
mein beklagt, zu Wien den 14.Apr. 1826. Die vonihmzu Wien im
Drucke herausgegebenen Schriften sind: Versuch über die Einrichtung der
Artillerie nach dem Franz. des Generals Lespinasse. — WnIIztein, 1>ac-
tatus de vulnerationibus eo^uoi-um, per arma inllictis, pro veterina-
riiz bell» tempore. 1802. — Hippokrates, Abhandlung von der Luft,
dem Wasser und den Gegenden, nach der französ. Bearbeitung v. Dr. Coray
1803. — Wünsche und Vorschläge zur Einrichtung eines Erziehungs«
Institutes für Dienstbothen, 1310. — Anleitung zur Erkenntniß des
Pferdealters aus den natürlichen Veränderungen de? Zähne, 1811. —'
Vorschlag zur Theilnahme an der in Osterreich zu errichtenden Brand«
schaden-Versicherungs-Privatanstalt, 1822.
Höger, Ios., talentvoller Landschaftsmaler, wurde geboren zu
Wien den 17. Nov. 1802. Er sollte sich nach dem Beyspiele seinesVa>
ters, der k. k. Beamter war, ebenfalls der öffentlichen Geschäftslaufbahn
widmen, nach vollendetem Studium der Humanioren aber wurde er mit
der verdienstvollen Küustlerfamilie Gauermann bekannt und dadurch
die Lust zur Kunst in ihm rege, deren Studium er sich bald mit allem
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Volume 2
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe E-H
- Volume
- 2
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 696
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie