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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe E-H, Volume 2
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Page - 619 - in Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe E-H, Volume 2

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Hoftheater, k. k>, nächst der Burg. rirte Burlesken oben auf und St r anitzky's Nachfolger, die in ihrem Fache sehr berühmten Hanswurste Preh auser, Weifikern und Kurtz (Bernardon) suchten dem regelmäßigen Schauspiele alle er» denklichen Hindernisse in den Weg zu legen, bis sich endlich der Hof auf thätige Weise der deutschen Schaubühne annahm. 1752 hob Maria Theresia die bestehenden Theaterprivilegien auf und warf eine bedeu» tende Summe zur Erhaltung der Theater aus, deren Leitung dem Gra« fen D urazzo anvertraut wurde. Durch dessen und seiner Nachfolger Bemühungen hob sich das deutsche Schauspiel, hatte jedoch noch immer mit der Lust des Publicums an den ertemporirten Possen zu kämpfen, ob- scho» bereits Hafner, Klemm und Heufeld Localstücke schrieben, welche damahls allgemein gefielen, ja unter Affl iggio's Direction drohte um 1770 das französische Schauspiel das deutsche fast ganz zu ver- drängen, als Letzterem unverhofft in den Personen des auch um die Kunst so hochverdienten Sonnenfels und des Freyherrn von Bender, Retter erschienen. Ersterer verwendete sich mit Wort und Schrift, ent- schlossen für das regelmäßige deutsche Schauspiel, Letzterer von dem gro- ßen Gedanken beseelt, der Kaiserstadt, selbst mit Aufopferung seinesgan- zen Vermögens, ein würdiges Nationaltheater zugeben, übernahm die Leitung des deutschen Schauspiels, vermehrte die Gesellschaft durch vor- zügliche Mitglieder, unter welchen St eigen t es ch, Stephanie der Jüngere undDlle. Ja cquet,nachherigeMad. Ada mb erger, waren. Graf K o h a r y , Nachfolger B e n d e r ' s , verwendete ebenfalls bedeutende Summen auf die Emporbringung des Nationaltheaters. Die glänzendste Epoche trat jedoch 1776 ein, in welchem Jahre Kaiser I o- seph I I . , dec unsterbliche Beschützer aller Künste und Wissenschaften, das Theater unter seinen unmittelbaren Schutz nahm; die italienische Oper, das französische Schauspiel und das Ballet wurden entlassen, das Burgtheater unter der Benennung: Hof- und Nationaltheater für Rechnung des Hofes fortgeführt, und die Rollenfächer auf das zweck- mäßigste besetzt. Für jedes angenommene und aufgeführte Stück erhielt der Verfasser den reinen Betrag der Einnahme der dritten Vorstellung als Honorar und wenn sich ein Mitglied der Gesellschaft in einer Rolle vorzüglich auszeichnete, geschah es nicht selten, daß der großmüthige Monarch ihm den ganzen Betrag der Tageseinnahmezum Geschenke mach- te. Den 17. Febr. 1788 wurde das erste deutsche Singspiel: „Die Berg- knappen," componirt von Umlauf, bey großemZudrang und mit allgemei- nem Beyfall auf dem Nationaltheater gegeben. Von dieser Zeit an wech- selten deutsche Opern mit Schauspielen ab; erst mit Beginn des jetzigen Jahrhunderts wurden die Opernvorstellungen ausschließlich dem Theater nächst dem Karnthnerthore zugewiesen. Unter der Regierung Kaiser Leo- pold's I I . wurden die deutschen Hofschauspieler nach dem für die k. k. Beamten und Diener bestehenden Normale pensionsfähig erklärt. Den böchsten Glanzpunct erreichte das Hofburgtheater unter der Regierung Franzl. und ist in der jetzigen Zeit unstreitig zur ersten Bühne Deutsch- lands gediehen. Um diese Behauptung zu rechtfertigen, braucht es nur die Nahmen folgender Mitglieder zu würdigen : Bergopzo omer, Brock- mann, Eckhart genannt Koch, Lange, Mül ler , Ochsen-
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe E-H, Volume 2
Title
Österreichische National-Enzyklopädie
Subtitle
Buchstabe E-H
Volume
2
Authors
Franz Gräffer
Johann Czikann
Publisher
H. Strauß
Location
Wien
Date
1835
Language
German
License
PD
Size
13.3 x 22.0 cm
Pages
696
Keywords
Nachschlagewerk, Biografien
Categories
Lexika National-Enzyklopädie
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