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620 Hoftheatcr, k. k. nächst dem Rärnthnerthore.
heimer, Roose, Stephanie, Weidmann (Paul); bann die
Damen: Adamberger, Iacquet, Nouseul, Sacco in frü-
herer; Costenoble, Fichtner, Krüger, Koberwein, Korn,
Löwe :c. dann die Damen: An schütz, Löwe, Peche, Schröder,
die leider zu früh verstorbene Sophie Mül ler, :c. in neuerer Zeit.—
Die oberste Direction des H.'s erhielt 1794 Freyherr von Braun,
welcher diese Stelle bis 1807 mit vieler Auszeichnung bekleidete, bis 1814
wurde die Leitung des deutschen Schauspieles durch Grafen Ferdinand
von Palffy besorgt, welcher es in diesem Jahre nebst dem Kärnthner»
thortheater auf eigene Rechnung übernahm; 1817, nachdem sich diehem»
menden Zeitstürme gelegt hatten, übernahm derKaiser wieder beyde Hof»
theater auf Rechnung des Arariums und die einstweilige Führung dersel-
ben wurde dem Hofrath von Fül jod übertragen. 1821 wurde Graf
Mor iz von Dietrichstein zum Director, und Hofrath v. Mosel
zum Vicedirector ernannt. 1824 aber kam die oberste Direction in die
Hände des Oberstkämmerers Grafen Rud olp h von Czernin, dessen
geläutertem Geschmack, liberalen Ansichten undEnergie das Hoftheater Vie-
les zu danken hat. Die innere Oeschäftsleitung als Theatersecretäre führ-
ten seit 1794: Alr inger, bis 1797, Kotzebue, bis 1802, Ios. So nn-
leith ner, bis 1814, dann der rühmlich bekannte Gelehrte I o s. Sch rey«
vogel, und als dieser 1832 in den Ruhestand versetzt wurde, erhielt der all»
gemein geachtete Dichter und gewandte Geschäftsmann, I.L. D ein yard-
stein, diese Stelle mitdem Titel eines VicedireccorsderHoftheater.Obschon
die Localitat des H.'s etwas geräumiger und in mancher Hinsicht beque»
mer zu wünschen wäre, so ist doch die innere Ausschmückung und Ein«
richtung vortrefflich und eines kaiserlichen Hoftheaters vollkommen würdig,
Es hat 2 Parterre und 4 Gallerten, wovon jedoch die erste und zweyte
bloß aus Logen bestehen, außerdem gibt es auch noch Parterre-Logen. Den
außer» Schauplatz erleuchtet eine große Astrallampe, die Cortine ist in
ihrer anscheinenden Einfachheit ein ausgezeichnetes Kunstwerk derberüym«
ten Maler Füger und Abel, seit 1824 ist hier auch eine zweyte eiserne
Cortine angebracht, welche für den Fall eines plötzlich entstehenden Feuers
au^ der Bühne zur augenblicklichen Abschließung derselben vom Schau-
platze äußerst zweckmäßig ist, außerdem ist noch für alle Löschanstalten,
so wie für alle Vorsichts- und Sicherheitsmaßregeln überhaupt, aufs beste
gesorgt. Die angenommene Sitte erfordert es, wenn Personen aus der
kaiserlichen Familie gegenwärtig sind, dann, sobald der Vorhang auf«
gezogen wird, und endlich im ersten Parterre überhaupt, den Hut abzuzie»
hen. Das Schauspiel beginnt in der Regel um 7 Uhr, nur bey Stücken
größeren Umfanges um 65 Uhr, in den gesetzlich bestimmten Normata«
gen und während der Ferien, welche durch den Monath Iuly Statt
filden/ bleibt die Bühne geschlossen.
Hoftheater, k. k. nächst dem Rärnthnerthore inWien. Diese
ausgezeichnete Kunstanstalt, eine Quelle des Hochgenusses für Verehrer
Kuterpens und Tervsichorens, ist in neuerer Zeit ausschließend dsr
Oi>er und dem Billete gewidmet. Ihre Geschichte ist kurz diese: Mit,
Ende des l?. Jahrhunderts waren die Vorstellungen italienischer Arleki-
naden in Wien sehr beliebt geworden. 1709 lies; der Magistrat einer
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Volume 2
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe E-H
- Volume
- 2
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 696
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie