Page - 631 - in Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe E-H, Volume 2
Image of the Page - 631 -
Text of the Page - 631 -
der Loitodirection in Lemderg. Dieses Geschäft war ihm jedoch zu ein-
förmig; er gab, gegen den Willen seiner Familie, diese Stelle auf, und
reiste unter dem angenommene» Nahme» Fonta >io in der Welt umher,
sich durch seine erworbenen Musik- und Sprachkenntnisse Unterhalt ver-
schaffend. Zu Frauenstadt in Schlesien wurdeH. mitdemTheaterdirector
und Schauspieler Döbbelin bekannt und betrat auf dessen Zurede» die
Bühne, fand jedoch, seines osterr. Dialectes wegen, nur getheilten Bey-
fall. Darauf lebte H. alsMusik- und Svrachlehrer einige Zeit inBer l in
und wurde endlich 1798 durch I f f land auf der dortigen Bühne ange-
stellt und sowohl im Schauspiel als in der Oper verwendet, in welcher
er durch seine wohlklingende Baßstimme vielen Beyfall erhielt. Doch
nicht lange behagte ei ihm hier, er wählte neuerdings das wandernde
Leben, und lernte bey dieser Gelegenheit zu Ologa u die Gräfinn L ich-
ten^u kennen, die ihn auch, von seinem gefälligenAußern angezogen,
heyrathete. H. liesi sich auch auf das Verlangen der Gräfinn adeln, übri-
gens war diese Ehe nicht glücklich und wurde bald wieder gerichtlich
gerrennt. Nun ging H. nach Wien, wurde daselbst Theaterdichter,
verließ aber auch diese Stellung bald wieder, und begab sich nach Re-
gensburg, wo er die Bühne wieder betrat und sowohl im Schau-
spiele als in der Oper bedeutenden Beyfall erwarb. Hier vermählte sichH.
wieder mit der Schauspielerinn Renner und machte mit ihr mehrere Kunst-
reisen in und außer Deutschland. Seit 1820 war H. nach einander Di-
rectorder Bühnen von Würzburg und Bamberg, spater übernahm
er die Regie des Theaters in Hannover, dann die Leitung des Pra-
ger Theaters und endlich die Direction jenes inH ann ov er. H. hat meh-
rere Dramen und Lustspiele geschrieben, die, an sich zwar ohne poeti-
schen Werth, doch meistens Bühnenwirksamkeit besitzen, so z. B. das
Turnier zu Kronstein; der Wunderschrank; Fridolin (nach Schiller's
Gang nach dem Eisenhammer); der Doppeltgänger; das Alpenrösleln
(nach Claurens Erzählung). Seine Bearbeitungen verschiedener dra-
matischer Werke Anderer, so z. B. Der Familie Schrossenstein, des
Käthchens von Hellbronn, des Prinzen von Homburg von Kleist, sowie
einiger Caldero n'scher Dramen haben höchstens das zweydeutige Ver-
dienst, diese Werke dem jetzigen Theaterpublicum zugänglicher gemacht zu
haben, welches natürlich den Verlust, den ein Meisterwerk durch derley
Verstümmlung leidet, keineswegs aufwiegt. H.'s Schriften erschienen un-
ter dem Titel: Theater, 2 Bde. Rudolst. 18l1 — 12. — Neuestes
Theater, Pesth 1320—23, und Dilettanten-Bühne, Wien l82t>.
Hold-Mezä-väsärhely, ungar. großer Markü, am Sumpfe
Hud, mit 27,200 meist reformirten Einwohnern, die viel Viehzucht trei-
ben, Tabak, Wein und Gartenfrüchte bauen.
Holeschau, mähr. Municipalstadt im Hradischer Kreise, mir
4,300 Einw., unter denen es über 1,400 Juden gibt, einerDecanatkirche
und einem ansehnlichen Schlosse mit berühmtem Zier- und Fasangarten.
Die hiesigen Juden treiben Handel mit Wachs, Honig, Wolle, Ziegen-
fellen und andern Tbierhäuten.
Holitsch (Holics), unqar. Marktflecken im Neutraer Comitat,
nahe ail der Mavch, init 4,400 Einw., ist derHauptoN einer k. k. Fannlieu-
Hoid-Mezö-Väsärhely. — Holitsch. 6.3l
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Volume 2
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe E-H
- Volume
- 2
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 696
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie