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sammle» Holzbedarf aufzubringen und dieß umso weniger, als sich der
Umfang seiner Waldungen seit mehreren Iahreu bedeutend verminderte
und auch mehrere tausend Joch wegen ihrer Lage in unzugänglichen Ge-
birgen nicht wohl benutzt werden können. Die ansehnlichsten Waldungen
sind noch der Wiener Wald, welcher aus Buchen, Eichen, Ahornen,
Linden, Ulmen, Erlen, Tannen und Föhren besteht und vor Kurzem
»och jährlich bis 60,000 Klftr. Brennholz, nebst großen Quantitäten
oon Kohlen nach der Hauptstadt lieferte; der Naß- und Scheibwald hin-
ter dem Schneeberge, die großen Lilienfelder Waldungen, die Gamin-
ger Waldungen, der Gfähler Wald und andere Wälder des Kreises ober
dem Manhartsberge, welcher noch heut zu Tage unrer dem Nahmendes
Waldviertels bekannt ist. Um das Holz zu fällen, sind in den Waldun-
gen zahlreiche Holzknechte, Hüttleru. dgl. angestellt, welche sich mit den
nothigen Holzarbeiten beschäftigen. In vielen Gegenden sind, um die
Wälder zu besserer Benützung zu bringen, Flüsse und Bäche zum Holz-
stöße» verwendet und mit sogenannten Rechen versehen.— In Ober-
ö st e r r e i ch ist die Waldcultur von besonderer Wichtigkeit und umfaßt einen
Flächenraum von 969,712 Joch. Zu den größten Waldungen gehören
der Hausruck, der mit allen seinen Seitenzweigen sich von der Gränze
des Innkreises bis Haag, Geb o ldskirch en und Wolfsegg er-
streckt und schöne Buchen- und Tannenwälder in sich schließt; der meist aus
Nadelholz bestehende und 6 Stunden im Umfange haltende Weilhart u«o
der Kaiserwald an der Salzach; die großen ärarischen Waldungen im
Salzkammergute; der Sonnwald, Freywald, Reichensteiner, Königs-
wieser. und Greinberger Wald im Müyltreise ic. In demselben Kreise
hat auch fast jeder Bauer seinen eigenen Holzgrund, den er in 4 Theile
theilt und deren einen nach dem andern er theils zum eigenen Bedarfs,
theils zum Verkaufe schlägt. Die Anzahl der Holzstößen, durch welche
das Holz aus den höhern Gebirgen in die niedrigen, dem Absätze günsti-
geren Gegenden herabgeschafft wird, sind sehr zahlreich. Zu den vorzüg»
lichsten gehören die Trift bey Scharn st ein am Almflusse, wo das so-
genannte Scharnsteiner Freygebirg bey 36,000 Joch schlagbarer Waldun-
gen enthält und das Scheitholz seit 1820 bis an die Traun geflößt und
nach Wien geführtwird, u»d mehrere andere bedeutende Triften. Aufdem
Schwarzenberg'schen Canale werden jährlich mehrere tausend Klafter
Brennholz aus den böhmischen Waldungen in die große Mühl und aufdieser
in die Donau geflößt (f, Krum a uer Schwemman stalt). Auch das
Kloster Schlägel stößt jahrlich bey 4,000 Klftr. Scheiter abwärts. Der
Holzrechen ist zuNeuhaus, wo das Holz auf Donauschiffe verladen
wird. Merkwürdig sind der Ninnbach- und Nettenbachrechen und die
Holzaufzüge im äußern Weißenbach uud im Aurachthale bey G mun-
den.— InSteyermark kann die Bewirthschaftung der Waldungen,
deren Flächenraum hier 1,507,214 Joch beträgt, nicht unbedingt gelobt
werden, denn während in einigen Theilen des Landes noch Holzüberstuß
herrscht, ist in andern schon Mangel eingetreten. Mehrere Holzflößen
sind zur Erleichterung des Transportes,angelegt, besonders im Hallthalo
bey Mariazel l, im Weichsclboden an der Salza, auf den Seen bey A u s-
see :c. — InTyro l uud Vorarlberg sind die Waldungen von großeiy
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Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Volume 2
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe E-H
- Volume
- 2
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 696
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie