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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe E-H, Volume 2
Page - 636 -
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Page - 636 - in Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe E-H, Volume 2

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636 H o l z . Umfange und ansehnlichem Ertrage, obschon in früherer Zeit nebst zahl- losen Waldfreveln die leichtsinnigste Forstwirthschaft Statt fand. Den Flächeninhalt der Waldgründe gibt man im eigentlichen Tyrol auf 1,508,660 Joch an, deren jährlichen Ertrag auf 157,292 StämmeBau- holz, 620,761 Klftr. Brennholz und 180,670 Klftr. Kohleuholz be- rechnet wurde. Im Oberinnthale wird viel Holz gefällt und auf denInn abwärts getriftet, doch muß noch jährlich viel aus Graubündten dahin ein- geführt werden. Als Bauholz wird eine große Menge Stämme auf der Etsch, Brenta und andern Wildströmen jährlich nach dem Venetianischen verführt, nahmentlich wird die Marine in Venedig mit schönen Masten versehen. In den entlegenen Wäldern von Sulzberg und Campi- gl io werden die reinsten und schönsten Tannen und Fichten mit Handsä- gen zu Resonnanzbretchen geschnitten und dann nach Italien verführt, wo sie zur Verfertigung musikalischer Instrumente gebrauet werden. — In Kra in sind dieWaldungen sehr ausgedehnt und liefern mehrHolz, alsdie jährliche Consumrion des Landes verlangt. Oberkrain trägt gutes Bau- und Zimmerholz, Innerlrain viel Brennholz. Auch gehen viel Lärcheil- breter und Eichen aus Oberkrain zum Schiffbau seit einigen Jahren neuer- dings über Fiume nach England. Der Flächeninhalt der gesammten Wal- dungen Krains ist bey 850,000 Joch.—In Karnth en hingegen ist die Klage über Holzmangel allgemein und schon alt; obschon die kärnthneri« schen Waldungen auf 574,030 Joch und deren jährlicher Ertrag auf 29,529 Klft. hartes und 474,248 Klftr. weiches Holz angegeben wird, so reicht Letzterer nicht für den großen Bedarf des Landes hin, da die Wälder durch die vielen Eisenwerke, welche beynahe durchaus Holzkoh- len zur Feuerung verwenden, hart mitgenommen werden und im Gebirge oft viele verheerende Hol;frevel Stari haben. Die Waldungen bestehen meistens aus Tannen, Fichten und Fohren, aus edenangeführter Ursa- che sieht man jedoch in diesem Lande zahlreiche große und tleiue, ganz ab« geblößte Waldplätze, selten alte schlagbare Strecken, hingegen eine ganz unverhältnißmäßige Zahl und Ausdehnung von jungen, kaum halberwach- senen Waldungen. — Im Küstenlande wurden die Waldungen lange Zeit ganz verwahrlost, bis die venetianische Regierung die ansehnlicheren derselben an sich brachte, oder die Oberaufsicht wegen des gegen Ersatz vor- dehaltenen Schiffbauholzes in vielen Privatwäldern übernahm. Ein großer Theil derWaldungen im GörzerKreise und inIstrien ist jetztcameralisch und wird gut bewirthschaftet, welches mit Privatwäldern noch nicht der Fall ist. Die Menge des hier gefällten Schiffbauholzes ist bedeutend, außerdem ge- ben auch die Obst-, besonders Nuß- und Kastanien-, Maulbeer-und Oliven- bäumegutes Werkholz für Tischler und Drechsler. — Die Lombardie be- sitzt nur i» den gebirgigen nördlichen Theile Waldungen und entbehrt ihrer in derEbene, wo nur kleineHolzungen vorkommen, fast gänzlich; weßhalb man häusig dürres Reisig, Maisstengel, Srroh, SHilsrohr:c. als Brenn- material verwendet. Auch gewähren die unzähligen Weiden und Pappeln, womit in der Lombardie die Flüffc, Gräben und Raine beselzt sind undals Kopfholz benülzt werden, einen nicht unbedeutenden Ersatz.—Im Vene- li anischen find ebenfalls nur die Aloe» mit schönen Waldungen bedeckt und in denNicderungen bedient man sich desselbenHurrogat-Brennmateri^-
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe E-H, Volume 2
Title
Österreichische National-Enzyklopädie
Subtitle
Buchstabe E-H
Volume
2
Authors
Franz Gräffer
Johann Czikann
Publisher
H. Strauß
Location
Wien
Date
1835
Language
German
License
PD
Size
13.3 x 22.0 cm
Pages
696
Keywords
Nachschlagewerk, Biografien
Categories
Lexika National-Enzyklopädie
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