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les wie in der Lombardie. Von vorzüglicher Güte ist das Eichen-, Tan-
nen-, Pinien-, Lärchen-und Rochbuchenholz, welche Holzarten häufig
zum Schiffbau verwendet werden. In dem Walde von Conseglio
wachst sehr schönes Buchenholz, vorzüglich zu Rudern aller Art verwend-
bar. In Böhmen sind die Waldungen, obschon sehr beträchtlich, dennoch
nicht gleichmäßig über das Laud vertheilt, daher in einigen Gegenden,
vorzüglich in Prag, die Holzpreise ziemlich hoch stehen. Von den 2,316,223
Joch Waldboden, welchen dieses Land besitzt, wird das jährliche Erträg-
nis, auf 1,932,000 Klftr. weichen, und 237,000 Klftr. harten HolzeS
angeschlagen. Zur Weiterschaffung desselben sind viele Holzfiößanstalten
hergerichtet, worunter die grosie fürstl. Schwarzenberg'sche Schwemm-
anstalt vorzugsweise genannt werden muß. In manchen Waldstre-
cken ist indessen die Holzcultur noch sehr vernachlässigt, vornehmlich
in solchen, welche Privateigenthum sind. So findet man in dem böhm.
Erzgebirge große Waldstrecken, welche außer einigem elenden Nadelholz-
gestrippe nichts als Heidelbeeren und Heidearten hervorbringen. — In
Mahren und Schlesien umfassen die Waldungen noch einen Flächen-
raum von l,I20,285Iochund decken denHolzbedarfdes Landes hinlänglich,
ja es findet sogar noch eine Ausfuhr von Brennholz nach Ungarn Statt. Das
eigentlicheMähren hat mehr Laub-, Schlesien mehrNadelholz. Beträchtliche
Eichenwälder trifft man in den Flußebenen der March und Thaya und auf der
Herrschaft Lundenburg zeichnen sich die herrlichen l000jährigen Eichen an
den Ufern der Thaya besonders aus. Auf der Herrschaft Eisgrub sind viele
Ulmen-und Rüsternbäume gepflanzt, überhaupt aber zeichnen sich in Mäh-
ren und Schlesien die Eiche und Steinlinde, so wie mehrere Obstbäume
wegenihres vorzüglichen Holzes aus. Die Bäche werden hier zurZeitdes
hohen Wasserstandes zum Flößen des Brennholzes benutzt, so werden z.B.
vom Oberforstamte zu T eschen jährlich an 15,000 Klft. verfloßt. Übrigens
sind in Mähren und Schlesien, um dem Holzmangel vorzubeugen, allent-
halben weise Anstalten zur Schonung und zum ordnungsmäßigenAbtriebe
der Waldungen getroffen. — In Galiziensind dieWaldungenvongro»
siem Umfange, sie bedecken, die Bukowina ungerechnet, den 4. Theil des
Landes und zwar nahe an 3,468,468 Joch. In den Karpathen trifft man
großtentheils Nade'holz, vorzüglich Hannen; auf den Hügeln Buchen
und anderes Laubholz, in der G«gend von Radymno schön« Eichen. Sel-
tener ist der Eiben- oder Tarusbaum, so auch die Zirbelkiefer, welche nur
auf den höhern Karpathen vorkommt und ein Alter von 600—1000 Jah-
ren erreicht. Das Holz dieses vortrefflichen Baumes wird nie vom Wurm-
stiche zerstört und ist von unverwüstlicher Dauer, auch wirft es sich nicht,
weßhalb es besonders zum Fourniren besserer Einrichtungsstücke gesucht wird.
—Ungarn mit seinen Nebenländern Slavonien und Croatien besitzt an
11,^01,208 Joch Waldungen, welche bedeutende Fläche allerdings großen
Nutzen abwirft, bey besserer Bewirthschaftung indessen noch weit größeren
bringen würde. Freylich fühlt man auch hier dieNothwendigkeit, die Waldun-
genund dieBäume zu schonen, welches aus den neu errichteten Forstschulen
und andern zweckmäßigen Maßregeln ersichtlich ist, indessen sind doch noch an
vielen Orten die Waldungen, der gesetzlichen Verordnungen ungeachtet, der
Natur, der zerstörenden Zeit und derWillkühr d<rMenschen überlassen. In
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Volume 2
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe E-H
- Volume
- 2
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 696
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie