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Horväth, Sreph. v. — Horzalka.
^ ^lidäzitätäsalcni-, l832. Mehrere Aufsatzein dem
Horväth, Stephan v., Dr. der Philosophie, Custos der Sz6-
cheny'schen Reichsbibliothek zuPesth, geHort unter die ausgezeichnetsten
Gelehrten Ungarns. Er allein leistete im Fache der Diplomacik (zunächst
für Ungarn) der Geschichte und Jurisprudenz mehr, als eine ganze Aka-
demie in so kurzer Zeit geleistet haben würde. Die Aufklärungen, die er
bis nun in obigen Fächern zu Tage gefördert, sind von der größten Wich-
tigkeit uud so glanzend, daß schwache Augen daran geblendet werden. Es
kann also auch nicht fehlen, daß seine wahrhaft erstaunlichen Fortschritte
und Entdeckungen mißdeutet, verkannt und zum Theil mit Knabenwitz
verhöhnt wurden, wiedieß im Archiv 182? (Nr. 11, 13, l6) geschah.
Es ging auch mehreren andern großen Männern nicht besser. Aber es wird
eine Zeit kommen, wo seine Verdienste gerecht werden gewürdigt wer-
den. H. ist den 5. May 1784 zuStuhlweissenb.urg geboren, und
war Erzieher im Hause des ehemahligen Reichsoberrichters von Ürme-
n y i , später Secretär desselben; hernach ward er zum Custos der
Reichsbiöliothek ernannt. Er schreibt nur in magyarischer Sprache, deß-
wegen konnte er dem deutschen Publicum nur wenig bekannt werden.
Es ist merkwürdig, daß er seine Aufnahme zum wirklichen Mitgliede
der ungarischen gelehrten Akademie höflich ablehnte. Seit Jahren sup-
plirt er an der Pesther Universität die Professur der Diplomatik mit gro-
ßem Beyfall. Seit 1833 redigirt er die magyarische, jetzt (1835) bis
zum 19. Jahrgang gediehen«, Monathschrift: I'uduniänvos l^yüjte-
ineny, welche dadurch an Gehalt sehr viel gewonnen hat. H. schrieb
schon Vieles für den Druck, das Meiste in Zeitschriften, nähmlich
in I'udainänyos (^yiiitemeny und in den Beylagen der Pesther
ungarischen Zeitung. Selbstständig erschien v?n ihm: Vertheidigung
der Könige Ungarns Ludwig I. und Mathias Corvin, in Betreff
der magyar. Sprachcultur wider die Anklagen und Erdichtungen des Pro-
fessors Schwartner, Pesth 1815. — Über die ältesten ungar. Geschlech-
ter, eb. 1820. — Preisschriften über die magyar. Sprache; als Be-
merkung der 1815, 1816, 1817 aufgegebenen Preisfragen, 2 Bde.
eb. 1821. — Grundriß der ältesten Geschichte der Magyaren, eb.
1825 (von Johann Grafen Maj la th in seiner Geschichte der
Magyaren übersetzt).,— Im I'udum. (^viijtemeny befinden sich von ihm
viele höchst wichtige Aufsätze z. B.: 1817. Über ausländ. Buchdrucker im
15. Jahrh., die aus Ungarn und Siebenbürgen gebürtig waren, I. Heft.
Über ungar. Buchhändler im 15. und 16. Jahrh., 6. Heft. Widerlegung
des Recensenten vonPiringer's Banderien, 9. Heft. — l8!9.—Recen-
sion von Schwartner's Diplomatik, 8. — 12. Heft (äußerst wichtig).—
l 829—30. Alteste Geschichte der Iazygier. —183!. — Über die Deutschen
seit Moses bis Tacitus, 6. Heft (sehr inhaltschwer). Überhaupt lieferiH. in
dieser'Monathschrift viele eigeneElucubrationen diplomat.und histor.Inhal-
tes.H.'sPrivatbibliothekisteinedergrößteuundgediegensteninganzUngarn.
Horzalka, Job. Epang., rühmlich bekannt als Clavierspieler
und als Compositeur, geboren zu Triesch in Mähren 1798. SeinVa-
ter, Normalschullehrer und Organist, gab den vielversprechenden Kna-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Volume 2
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe E-H
- Volume
- 2
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 696
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie