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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe E-H, Volume 2
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Page - 668 - in Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe E-H, Volume 2

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Husiatyn. — Husslten und ten ein Kem Huszar Aga, d. i. Hofgarderobier, vorkomme und sich der Nahme also wahrscheinlich auf ihre eigene, kurze, enge Kleidung im Ge- gensatz mit der gewöhnlich magyarischen, welche nach orientalischer Sitte weit, lang und gemächlich ist, bezöge. Gewiß ist, daß die Husaren zuerst als berittene Landwehre unter König Mathias Corvinus 1458 eingeführt wurden. Ihre ursprüngliche enge Tracht verwandelte sich auch in der Folge mehrmahls, ihre jetzige, vorschriftmäßig festgestellte besteht in einer kurzen Jacke, die mit Pelzwerk und Schnüren besetzt ist, und worunter sie einen ebenfalls mit Schnüren reich verzierten Dollman tragen. Im Sommer wird der Pelz ausgezogen und an einer Schnur hängend über die linke Schulter geworfen. Die Beinkleider sind eng und reich mit Schnüren und Borten besetzt, ferner tragen die Husaren enge ungar. Stiefel mit Quasten. Ihre Kopfbedeckung bestand früher in hohen, spitzigen von Filz, Pelz, Tuch u. dgl. verfertigten, sogenannten Husaren» mutzen, von welchen unten ein Flügel losgeheftet werden konnte, umso herunterhängend den Kopf und Nacken gegen Säbelhiebe zu schützen. In neuerer Zeit wurden dafür allgemein die Czako's eingeführt. Eine beson- dere Eigenthümlichkeit derHusaren ist die Säbeltasche, ein taschenförmigcs, ledernes, mit breiten Borten und dem Nahmen des Landesfürsien geziertes Behältniß, welches neben dem Säbel hängt und worin der H., da ihm andere Taschen ganz fehlen, Schnupftuch, Tabakspfeife:c. aufbewahrt. Die Farbe der Jacke, des Dollmans und des Beinkleides ist nach den Re- gimentern verschieden. Die Waffen bestehen aus einem krummen Säbel, Pistolen und einem Carabiner. Der Husarendienst umfaßt vorzüglich den sogenannten kleinen Krieg, Vorposten-, Patrouillendienst, Überfälle, Nachsetzungen lc. Die Husaren- Escadron besteht nur aus einer Compagnie, im Gegensatze jener anderen Eavallerie, die doppelt so stark ist. In neue- rer Zeit wurde diese Art leichter Cavallerie von den übrigen europäischen Mächten, in Bewaffnung und Kleidung mit mehr und weniger Glück nachgeahmt. Auch besitzen viele Cavaliere, besonders ungarische, soge- nannte Leibhusaren, mit sehr geschmackoollgewähltem Costüme, auch diese Sitte wurde an mehreren deutschen Höfen nachgeahmt. Huslatyn, galiz. Städtchen im Czortkäwer Kreise, mit einem Schlosse, am Flusse Podhorce, und 1550 Einwohnern. HussinetZ, böhm. Flecken im Prachiner Kreise, mitLONEinw. und kathol. Pfarre, Geburtsort des Johann Huß (s. d.). Hufsiten und Hussitenkrieg. Die freye» Lehren von Huß hatten in Prag Aufsehen gemacht und ihm Anhänger erworben. Mit ihm übereinstimmend dachten besonders H i-ero n ym us von Prag und die meisten Böhmen, die seine den Kelch im Abendmahle verlangenden Lehren vom Katheder herab vortrugen. Seine Anhänger ließen sich selbst nicht 1412 durch den papstlichen Bannstrahl gegen Huß, von deu Leh- ren desselben abwendig macheu, doch blieben sie damahls noch ruhig. Als aber Huß 1415 zu Costnitz verbrannt worden war, sahen dies; die böhmischen Großen, die vergebens sich bestrebt hatten, den Kaiser S i eg- Mund zum Halten des dem Huß gegebenen Geleitsbriefs zu vermö- gen, und das böhmische und mährische Volk als eine Nanonalbeli-i- digung, ja als eine Wirkung des Hasses der Deutschen gegen die Pöh-
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe E-H, Volume 2
Title
Österreichische National-Enzyklopädie
Subtitle
Buchstabe E-H
Volume
2
Authors
Franz Gräffer
Johann Czikann
Publisher
H. Strauß
Location
Wien
Date
1835
Language
German
License
PD
Size
13.3 x 22.0 cm
Pages
696
Keywords
Nachschlagewerk, Biografien
Categories
Lexika National-Enzyklopädie
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