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Leimvandbleichen. — Leipzig, Schlacht bey. 39 l
seine Leinenfabrikate weit und breit ins Ausland, und hat mehrere Platze,
die schon seit vielen Jahren durch ihren ausgebreiteten Leinwandhandel
bekannt sind, so z. B. Trauten au, wo jeden Montag Wochenmarkt
mit Leinwanden gehalten wird, wo sodann sowohl die umliegenden böh-
mischen, als auch die entfernten Handelsleute aus Preußisch-Schlesien
dort ankommen und Einkaufe machen. Ein großer Theil der Leinenstoffe
wird auch auf den Pilsener Märkten abgesetzt. Mähren und Schlesien
treiben ebenfalls einen nicht unbedeutenden Handel mit Leinenwaaren,
besonders nach Ungarn, Galizien, Osterreich, Steyermark, Tyrolund
Italien, von wo sie dann auch nach der Türkey und nach England Ver-
sender werden. Im Ganzen beträgt die jährliche. Ausfuhr an Flachs und
Hanf, Zwirn, Leinenstoffen und Seilerwaaren aus der österr. Monar-
chie bey 62 Millionen Gulden. >,
Lelnwandbleichen. In allen österr. Provinzen, wo die Leinen-
weberey betrieben wird, gibt es natürlich auch Leinwandbleichen, da
jedoch das Bleichen nur selten zu Hause betrieben nierden kann, so beschäfti-
gen sich damit eigene Bleicher, welche größere und kleinere Bleichan-
stalten besitzen. Die meisten derselben befinden sich in Böhmen, Mäh-
ren und Schlesien. — In Böhmen allein zählt man über 350 wirk-
lich betriebene große Leinwandbleichen, deren einige jedoch durch verschie-
dene, dem Stoffe schädliche Kunstmittel den Credit der böhm. Bleiche
nicht wenig minderten. Die größte und vollkommenste Leinwandbleiche im
österr. Kaiserstaate, und vielleicht auf dem ganzen Continente ist die nun
aus 12 Bleichhütten bestehende Bleiche der Gebrüder Erxleben (s. d.)
zuLandskron im Königgrätzer Kreise. Sehr zweckmäßige Rasenblei-
chen, wobey der Leinenstoff nichts von seiner Qualität verliert, sind in
der Gegend von Rumburg. Die sogenannte chemische oder Schnellblei-
che mittelst der fiüssig-orydirren Salzsäure, welche Hofrath v. Bo rn
um 1730 in Böhmen einführte, wurde in manchen Bleichanstalten im
Kleinen und Großen eingeführt, mußte aber, da man an der damit
gebleichten Leinwand die Qualität sehr gemindert fand, größtentheils wie-
der aufgegeben werden, gegenwärtig wird sie im österr. Staate, soviel
bekannt ist, nur wenig bey Leinenstoffen angewendet. Eine der ältesten
Bleicharten findet noch in der ungar. Militärgranze Statt, wo man die
Leinwand anfangs mit Lauge begießt, dann in kaltes Waffer eintaucht,
selbe hierauf an der Sonne trocknet, und das Eintauchen und Trocknen
bis zum ganzlichen Weißwerden wiederholt.
Leipnik, mähr. Stadt von 3,500 Einw. im Prerauer Kreise,
an der Beczwa gelegen, hat ein fürstl. Die trich stein'sches Schloß,
und ein Piaristencollegium mit deutscher Hauptschule; der hiesige Kirch-
hof hat ein merkwürdiges Echo, das selbst von dem bekannten mailan-
dischen nicht übertroffen werden soll.
Leipzig, Schlackt bey, den 16.—18. October 1313. Der
große Antheil der österr. Heere an dem Siege bey Leipzig, so wie an
dem glücklichen Ausgange des großen Weltkampfes gegen Napoleon's
Übergewicht in Europa ist noch zu sehr im Gedächtnisse der Zeitgenossen,
als daß es hier einer weitläufigen Auseinandersetzung desselben bedürfte.
Bereits.den 8. October hatte Osterreich mit Bayern einen Vertrag zu
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Volume 3
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe I-M
- Volume
- 3
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 768
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie