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392 L e i t h a . — L e i t m e r i y .
Ried geschlossen, und mm concentrirten sich die großen Heere der Ver-
bündeten unter den Augen der Kaiser von Osterreich und Rußland und
des Königs von Preußen auf dem linken Elbeufer und zogen den Kreis
um Napoleon's Heer immer enger zusammen. Napoleon's Macht
betrug an 100,000/jene der Verbündeten unter dem Oberbefehle des
Fürsten von Schwarzenberg an 120,000 Mann. Den 16. October
Frühmorgens entwickelte sich der Kampf. Von beyden Theilen ward auf
das erbittertste gestritten; österr. Seite zeichneten sich an diesem Tage
besonders General Gyu lay durch den Sturm auf Linden au und
GeneralK lenau durch die Einnahmevon Lieb ertwolkwitz aus; am
Ende des Tages befanden sich jedoch beyde Parteyen so ziemlich in der-
selben Stellung, wie beym Beginne der Schlacht. Der 17. October ver.
ging mit Unterhandlungen und indem die beyden Theile Verstärkungen
an sich zogen. Den 18. erneuerte sich der Kampf mit großer Heftigkeit,
die Vereinigung der großen verbündeten mit der Nord-Armee unter dem
Kronprinzen von Schweden versetzte Napoleon bald in einen Defen-
sivstand, er mußte sich um den Rückzug schlagen. Nach der Erstürmung
von Leipzig durch die Verbündeten war der Sieg derselben entschie-
den, die Flucht des Feindes begann und als durch Übereilung französischer
Seits die einzige Brücke über die Elster zu frühe gesprengt worden war,
ging die Flucht in wilde Verwirrung über. 15—20,000 Mann in ge-
schlossener Ordnung, mehr als 200 Stücke Geschütz und zahlloses Ge-
päck blieben dießseits des Flusses und fielen größtentheils den Verbünde-
ten in die Hände. Nur Pon ia tows ki und Macdonald versuchten
es, über die schmalen Pleißebrücken zu entkommen, und schlugen dann
eine Laufbrücke über die Elster. Jedoch genügte diese nicht für die sich
hinüberdrängenden Massen. Der größte Theil dieser heldenmüthigen Scha-
ren ertrank in den Fluchen der Elster, worin auch Ponia towski den
Tod fand, die Übrigen sa:.?en unter den Streichen der Verfolger oder
wurden kriegsg-efangen, nur Macdonald entkam mit Wenigen seiner
Krieger. Nach und nach erlosch der Widerstand, die innere Stadt ver-
mochte sich nicht länger zu halten, und die verbündeten Monarchen zo-
gen an der Spitze ^ihrer Krieger daselbst ein. Mit dieser ruhmvollen
Schlacht war die Übermacht Napoleon's in Deutschland gebrochen
und er sah sich fortan, bis in das Herz von Frankreich, auf den Verthei-
digungskrieg beschrcnkt. Der Verlust französischer Seits war in diesen
verhängnisivollen Tagen über 60,000 Mann Todte, Gefangene undVer-
wnndete, wobey gegen 3,000 Officiere, dann 300 Kanonen, eine uner-
meßliche Menge Oepack, Munition :c. Aber auch den Verbündeten kostete
dieser Sieg gegen 45,000 Mann. S. Französische Kriege.
Lei tha, Fluß, entspringt am Wechsel in Niederösterreich,
V. U. W. W., tritt bey Neusiedl in Ungarn ein, und fällt nach
einem Laufe von 17 Meilen bey Al tenburg in die Donau.
Lcitha- oder Comitatscanal in Ungarn, erstreckt sich in
einer Lange von 2 Meilen zur Regulirung des Leithafiusses. Er ent-
stand 131Y.
Leitmeriy, böhm. königl. Kreisstadt im Leitmeritzer Kreise, in
ungemein reizender La,qe auf einer Anhöhe am rechten Ufer der Elbe,
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Volume 3
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe I-M
- Volume
- 3
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 768
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie