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39tt Lenau. — Lend-
theils nach dem Französischen, Englischen, Italienischen und Spanischen
bearbeitet, unter denen sich: Der Mann meiner Frau, öustsp. in 3 Aufz.;
die Untröstlichen, Lustsp. in 3 Aufz.; die Reise zur Hochzeit, öustsp. in
3 Aufz.; König Richard in Palastina, Schausp. in 5 Aufz.; Kenil-
worth, Schausp. in 5 Aufz.; das öffentliche Geheimniß, Lustsp. in 4
Aufz.; Ehrgeiz in der Küche, Posse in 1 Aufz., des meisten Bey-
falles zu erfreuen hatten und sich fortan auf dem Repertoir deutscher
Bühnen erhalten. Sein Taschenbuch für Schauspieler und Schauspiel,
freunde, von dem von 1821 an, 5 Jahrgange erschienen sind, ist ein
nützliches Handbuch für Schauspieler und enthält manche werthvolle Gabe
von dem Herausgeber. Interessant ist sein Almanach dramar. Sviele,
Wien 1334 — 35. Als erzählender Schriftsteller lieferte er eine Reihe
gelungener Novellen, welche theils in Almanachen und Zeitschriften,
theils in einem Bande: Federproben betitelt, Wien 1321, erschienen.
Auch verdient seine historische Skizze der k. k. Hoftheater in Wien, eb.
1333, rühmliche Erwähnung.
Lenau, Nicolaus, wahrer Nahme: Nicolaus Niembsch
von St reh lenau, geboren zu Csatad in Ungarn den 13. August
1302. Nachdem er an der Wiener Universität den üblichen Lehrcurs der
Philosophie gehört hatte , wandte er sich zu dem Studium der Juris-
prudenz , das er 3 Jahre lang trieb. Hierauf ging er zu dem der Arz-
neykunde über und widmete sich diesem ebenfalls 3 Jahre. Ein Besuch
der österr. Alpen weckte m ihm zuerst ein höheres poetisches Leben, das
eine 1832 unternommene Reise nach Nordamerika zur vollen Reife brachte.
Eine in demselben Jahre in S tu t tga r t erschienene Sammlung seiner
lyrischen Gedichte stellte ihn sogleich in die Reihe der trefflichsten Lyriker,
deren sich Deutschland in alter und neuer Zeit rühmen konnte. An Tiefe
und Fülle der Gedanken, Wärme und Reinheit der Empfindung, und
vollkommener Gewalt über die Sprachform Keinem nachstehend, übertrifft
er die Meisten durch Eigenthümlichkeit und Urkraft der ihm zuströmenden
Bilder, die er weniger aus der Natur nimmt, als die gesammte Natur
in ihnen reproducirt und vergeistigt. Der gefeyerteste Lyriker der Mitwelt,
Ludw. Uhland, erkannte in L. freudig den Ebenbürtigen und nannte
ihn Freund; ihm folgten alle Coryphaen der jetzt blühenden süddeutschen
Dichterschule. Daß das Publicum das Urtheil jener Sänger bekräftigte,
erhellt am besten aus der in Deutschland jetzt so seltenen Thatsache, daß
schon nach 2 Jahren eine 2. Aufiage seiner Gedichte nöthig wurde, wel-
che, fast um ein Dritttheil vermehrt, ebenfalls in S tu t tga r t (1334)
erschien. L.'s neuestes Product ist: Faust, episch-dramatisches Gedicht;
vorerst nur als Fragment in dem von L. herausgegebenen Frühlings-
almanach (Stuttgart 1335). Auch dieses Werk, das die sansculottische
Kritik unserer Tage bisher wohl kaum noch flüchtig durchblättert hat,
da sie es doch erst gewissenhaft wird studiren müssen, ist von eigen-
thümlicher Schönheit und Tiefe, und steht würdig und selbstständig neben
der großartigen Dichtunq G,o eth e's.
Lend, oberösterr. Dorf im Salzburger Kreise, aus einem drey-
fachen Dorfe bestehend, an der Salzach, mit 260 Emw., Rost- und
Schmelzwerken, worin die Erze und Schliche aus den Goldbergwerken
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Volume 3
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe I-M
- Volume
- 3
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 768
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie