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410 Leopold, dieVlume derRitterschaft. — Leopold der Dicke.
staufen Ph i l i pp , bis dieser durch Mord siel; dann neigte er sich auf die
Seite des Braunschweigers Otto, bis dieser von den Priestern gebannt,
von den Fürsten verlassen war; endlich schloß er sich wieder an den ju-
gendlich aufstrebenden Hohenstaufen Friedrich I I . , einen Staats-
mann und Feldherrn wie Wenige, einen Kunstfreund und Gelehrten,
wie keiner seiner Zeit. L.'s Anhänglichkeit an Hohenstaufen machte,
daß seine Tochter mit König Heinrich VI I . , als Erbprinzen des Hau-
ses vermahlt, und das Land von Kaiser Friedrich I I . als Stamm,
Haupt mit besonderer,Huld bedacht wurde; dadurch ward allmahlig der
Gedanke angeregt. Osterreich und Steyermark vereint zu einem König,
reiche zu erheben; Heinrich gab ihm schon den Kronreif, Friedrich
bestimmte die Titulatur. Leider wurde davon kein Gebrauch gemacht;
ein solcher Gebrauch hatte wahrscheinlich die verderblichen Theilungen in
den folgenden Jahrhunderten verhindert. — Er endigte sein Leben zu
S. Germ ano in Italien 123(1, wo er auf Ansuchen des Kaisers
Friedrich I I . , den Frieden mit dem Papste Gregor V I I I . unter-
handelte und glücklich zu Stande brachte.
Leopold (genannt dieBlume der Ritterschaft), Herzog von
Österreich, aus demHauseHabs bürg, Sohn Kaisers AlbrechtI. und
Elisab eth's von Kärnthen, geboren 1237, suchte, als sein Vater von I o-
hann von Schwaben ermordet worden war, und er als zweyter Sohn einen
Antheil am Erbe erhalten hatte, des Vaters Tod auf-alle mögliche Weise
zu rächen. — 1320 zog er mit Kaiser Heinrich V I I . nach Italien,
und bekriegte nach seiner Rückkehr die Schweizer, welche die habsburgi-
schen Vögte verjagt und sich unabhängig gemacht hatten. — Er bela-
gerte 1317 So lo thu rn und Sp e yer vergebens, und unterstützte
seinen Bruder Friedrich den Schönen, der die Kaiserkrone er-
langt, aber an Ludwig dem Bayer einen gefährlichen Nebenbuh-
ler hatte, kraftig. Er kam seinem Bruder 1322 bey Mühldor fzu Hül-
fe, suchte aber, da Fr iedr ich, ohne ihn zu erwarten, das Treffen
begann und gefangen ward, ihn umsonst zu befreyen, und starb 1326.
Leopold der Niedere (Biederbe) von Osterreich, aus dem
Geschlechte der Habsburger, geboren 1349, Sohn Albrecht's 11/; theilte
nach seines Bruders Rudolph's Tode mit seinem BruderA lbrecht I I I . ,
1365, und bekam die Besitzungen in Schwaben, Schweiz und Elsaß;
Krain und Tyrol wurden gemeinschaftlich regiert. 1370 ward eine neue
Theilung gemacht, wo er noch Steyermark, Wiener-Neustadt in
Osterreich und die Grafschaft Put ten erhielt. Er kaufte die Grafschaft
Feldkirch, unterstützte 1330Venedig und ward 1383 Stadt-und Land-
vogt von Augsburg. 1386 bekriegte er die Eidgenossen, blieb aber
in der Schlacht von Sempach.
Leopold der Dicke oder der prächtige von Österreich, aus
demH ab sburg'schenHause, geboren 1371, Sohn Leopold desBie-
derben, suchte des Vaters Tod bey Sempach an den Eidgenossen zu
rächen, ward aber bey Nähenfels geschlagen. Mit seinen Brüdern
theilteer, und erhielt, besonders nach seines Bruders Wilhe lm's To-
ds/ die österr. Besitzungen in Elsaß, Schwaben und der Schweiz. Mit
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Volume 3
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe I-M
- Volume
- 3
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 768
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie