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Leopold I., v. Steyermark. —Leopoldine Rais.v.Nrafil.4l!
seinem Prüder Ernst kam er in einen Streit wegen derVormundschaft
seines Vetters Albrecht zu Wien/ der endlich verglichen wurde. L.
starb 1411.
Leopold I., der Starke, Markgraf von Steyermark, folgte
N22 seinem Vater, Ottokar 111./ in der Regierung seiner im jetzi-
gen Osterreich gelegenen Markgrafschaft, wozu aber schon damahls meh-
rere abgebrochene Stücke Landes der dermahligen Steyermark gehorten.
L. dehnte das Gebieth seiner Markgrafschaft immer mehr aus und brachte
die Gegend um Grätz, welche bisher eine besondere Grafschaft aus«
machte, unter seine Bothmäßigkeit. Das Gebieth der Herzoge von
Karnthen in dem Bezirke der damahligen Steyermark schränkte sich nach
dem Maß ein, als sich jenes L.'s erweiterte. Der Tod des letzten unbeerb«
ten Herzogs von Karnthen, Heinrich's I I . , 112? verschaffte end-
lich L. auch noch den ganzen übrigen Antheil, den jener in der jetzigen
Steyermark besaß; denn Heinrich, Graf von Lavantthal, erbte
Karnthen, und L. fielen die Grafschaften Eppinstain, Avelanz
und das Mürzthal, also das meiste zu, was die Herzoge von Karn-
then noch im Umfange dieses Landes besaßen. — Mit dem Jahre 1127
fing für Steyermark eine neue wichtige Periode an; denn nun war es
nicht mehr unter mehrere Herren getheilt und nur unter verschiedenen
Benennungen bekannt; nun erhielt es anL. einen eigenen Landesfürsten,
und der Nahme seiner im damahligen Osterreich gelegenen kleinen Mark-
grafschaft: Steyermark, verbreitete sich über alle seine neuerworbenen
Lander. — 1128 errichtete L. das Kloster Ste in fürCisterziensermön«
che. Er starb 1129 und wurde in der Kirche des erwähnten Stiftes bey-
gesetzt.
Leopoldau(jLipeld'au), nieoerösterr. Dorf zu Anfang desMarch,
feldes im V. U. M. B., den Überschwemmungen der Donau sehr aus-
gesetzt, mit 750 Einw., die nebst dem Feldbaue sich vorzüglich mit dem
Aufziehen der Gänse und Enten beschäftigen, wofür sich ihnen in Wien
der beste Markt darbiethet, um so mehr, da die Eipeldauer Gänse ihres
schmackhaften Fleisches und des Fettes wegen allgemein bekannt und be-
liebt sind. Man rechnet zu L. noch die Gegend zwischen den Brücken, die
Brigittenau und die schwarze Lacke. L. hat noch heut zu Tage die Brü-
ckenmauthfreyheit, welche ihm von Leopold IV. ertheilt wurde.
Leopoldine Caroline, Kaiserinn von Brasilien, geborne Erz-
herzoginn von Osterreich; Tochter Franz I., Kaisers von Osterreich und
seiner zweyten Gemahlinn Mar ia Theresia; wurde den 22. Jan.
179? geboren. Sie bemühte sich, ihren erhabenen Ältern in ihren Tu-
genden nachzufolgen. Die königl. portugiesische Familie machte ihr den
Antrag, sie in ihre Mitte aufzunehmen, worauf sie den 13. May 1317
mit Don Pedro deAlcantara, nachherigen Kaiser von Brasilien (st.
13?i4), vermahlt wurde und mit ihm nach Brasilien schiffte. Hier war sie
eine wohlthätige Gebietherinn und eine zärtliche Gattinn. Sie überlebten
bald 4 Kinder: Mar ia da Gloria, jel^iqoKöniginn von Portugal;
Ianuar ia ; Francisca und Don Pedro I I . , Kaiser von Brasi-
lien; denn eine tückische Krankheit nagte an ihrem Lebenskeime, und
betrog die Hoffnungen Aller, indem sie, an den Folgen eines Gal-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Volume 3
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe I-M
- Volume
- 3
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 768
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie