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stellt, die er bis 1807 lehrte. Als in diesem Jahre die neue Studien-
form eintrat, lehrte er nur die Ästhetik allein, die er noch wenige Wo-
chen vor seinem Tode vorrrug. 1808 wurde er Doctor der Philosophie,
und 1814Decan der philosophischen Facultat. Als Philolog ward er
allgemein geschätzt, vorzüglich hat er sich durch seine kritische Ausga-
be des Archilochus in der gelehrten Welt bekannt gemacht, deren
Titel ist: Arcnilocni jarnbcigrapnorum principis Reliquiae, qu38
accuratius. coli^git, adnotaüonikuZ virorum doctorum suisque
animadverzionibus illustravit etc. praemissa de Vila et 3crioti8
possta« commentatione nuno seorsum edidit. 2. Aufi. Wien 1319.
Die Ausgabe L.'s ist die „OpNma" dieses Classikers. Seine poetische
Schrift: Über Dichter und Dichtkunst unserer Zeit, Wien 1317 erreichte
nur zum Theil ihren polemischen Zweck, da ihr Geist und Geschmack
fehlen. Den größten Theil seines Lebens widmete L. den Wissenschaften.
Er starb in Wien den 7. Sept. 1320.
Liebenberg, I g n . Ritter v. / zu Temesw ar in Ungarn ge-
boren, jedoch schon seit 43 Jahren in Wien etablirt, während welch
langen Zeitraums er sich durch ausgedehnte mercantilische Unternehmun-
gen, hauptsächlich im Schafwollenhandel, durch strenge Rechtlichkeit,
Solidität, steigenden Reichthum, regen Hang zur Wohlthätigkeit und durch
Förderung gemeinnütziger Unternehmungen auszeichnete. Bereits seit
ungefähr 35 Jahren k. k. privil. Großhändler in W ien , associirte er
sich 1817 unter der Firma, von Liebenberg und Söhne mit
seinen beyden Söhnen Car l Eman. und Leopold, Landstände m
Niederösterreich, Böhmen, Mähren und Schlesien, Indigenä des Kö-
nigreichs Ungarn, der k. k. Landwirthschafts - Gesellschaft in Wien,
wirkliche, so wie derk. k. mahrisch-schlesischen Gesellschaft zur Beförderung
des Ackerbaues, der Natur- und Landeskunde, correspondirende Mit-
glieder , Besitzer der Herrschaften Klo st erbruck (s. d.), Müh l f r aun
und Hödnitz, G r o s i a u und Zs i t t in . — Car l Eman. v.
L. einer der vorzüglichsten Schüler des Capellmeisters Hum mel, als
Clavier-Dilettant sehr ausgezeichnet, wurde seiner besondern musikali-
schen Kenntnisse wegen, zum Mitglied des leitenden Ausschusses der Gesell-
schaft der Musikfreunde des österr. Kaiserstaates erwählt. Leopold v. L.
ist Censor der privil. österr. Nationalbank. Sehr wesentliche wichtige
Verdienste erwarben sich die L. besonders in den frühern, für den österr.
Activhandel ungünstigen Perioden, durch ihre erfolgreichen Bestrebungen
zur Emporbringung und Veredlung der inländischen Schafzucht, indem
durch ihre jährliche Versendung höchst bedeutender Quantitäten inländi-
scher Schafwolle, dieser wichtige Zweig des österr. Activhandels einen
sehr bedeutenden Aufschwung erhielt, während durch diese auch gegen-
wärtig noch in gleicher Ausdehnung fortgesetzten Unternehmungen sehr be-
trachtliche Geldsummen aus dem Auslande in die k. k. Staaten einge-
bracht werden. In der mit diesen Versendungen verknüpften Schafwollen-
Sortirungsanstalt fanden schon seit vielen Jahren mehrere Hunderte
nahrungsloser, mitunter auch gebrechlicher Menschen, Erwerb und Ver-
sorgung. Vergl. Scha fwo l le und Schafwol lenhandel.
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Volume 3
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe I-M
- Volume
- 3
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 768
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie