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Lienz.—Lieutenant.
Hochkirch zurückzuziehen, und vor der Hand die Offensive aufzugeben. Der
Verlust der Österreicher betrug in dieser Schlacht (15. Aug. 1760) 10,000
Todte und Verwundete und 6,000 Gefangene, während jener oerPreu-
sien verhaltnißmaßig geringer war.
LieNZ, tyrol. Stadt im Brunecker Kreise, in einem tiefen Ge-
birgskessel, an der Dräu, wo diese die Isel aufnimmt. Sie hat 2,000
Einwohner, die sich größtentheils von Metallarbeiten und dem Ver-
dienste ernähren , den ihnen der Speditionshandel zwischen Trieft
und Deutschland gewahrt; eine Hauptschule und ein Dominicanernon»
nenkloster mit Mädchenschule. In der Gegend sind Eisen - und Stahl-
hämmer, und die sogenannte Lienzerklause, ein vormahls befestigt ge-
wesener Paß.
Liesganig, Joseph, k. k. Gubernialrath, ostgalizischer Bau-
director, Mathematiker und Astronom, war geboren zu Grätz den 13.
Febr. 1719. Nach absolvieren Humanioren trat L. 1734 in den Jesuiten-
Orden, vollendete seine Studien zu Wien im Collegium der untern
Jesuiten und wurde 1749 zu Comorn als deutscher Prediger, Catechet
und Aufseher über die deutschen Trivialschulen angestellt; 1751 wurde er
Professor der Mathematik, welche stets sein Lieblingsstudium war, zu
Ka schau, 1752 zu Wien und bekleidete die Präfectur des astronomi-
schen Thurmes daselbst von 1756 bis zur Aufhebung seines Ordens.
1762 übertrug ihm die Kaiserinn Mar ia Theresia die Ausmessung
der Orade des Wiener und spater auch des ungarischen Meridians, wo-
bey er große geometrische und astronomische Kenntnisse bewies; 1771 war
L. Decan der philosophischen Facultät zu Wien; 1773 wurde er bey der
Ausmessung in Galizien als Baudirector angestellt und leistete daselbst
die wichtigsten Dienste; 1798 feyerte er sein Priester-Jubiläum und starb
den 4. März 1799 zu Lemberg. Seine ausgebreiteten astronomischen,
mathematischen, geographischen, wie auch anderen Kenntnisse erwarben
ihm allgemeine Achtung und Anerkennung. Nebst mehreren Dissertatio-
nen und kleinen Abhandlungen in Zeitschriften gab L. im Drucke heraus:
I^abulae Memoriales Aritnmeticae liberalis, t^eometriae, 1>i-
gonometriae et Arcnitecturae civ. et milit. Wien 1754. — D>-
mensio graduum meridiani ^Viennensis et Hungarici. eb. 1770.—
Endlich gab er auch eine große vollständige Charte vonOstgalizien auf 42
Blättern heraus, deren Pünctlichkeit von Vielen gerühmt, von Andern
jedoch, nahmentlich dem berühmten Astronomen Freyherrn von Zach,
widersprochen ward.
Liesing, Fluß in Niederösterreich, kommt bey Bre i ten fur t
unter dem Nahmen Reich - Liesing aus dem Wienerwalde und geht, den
südlichen Fuß des Wienerbsrges bespülend, nach Osten, um ober dem Markte
Schwechat sich in die Schwechat zu ergießen. Dieser Fluß ist oft verhee-
rend. Auch ein DorfanderL. in der Nähevon Wien führt diesen Nahmen.
Lieutenant, ein in dem österr. Militär aus dem Französischen
angenommener Officierrang, ursprünglich Stellvertreter des Hauptmannö,
es gibt deren 3, 4 oder noch mehrere, nach den verschiedenen Organisa-
tionen des Heeres, bey jeder Compagnie; die ersten derselben heißen
Capitain-Lieutenants und sind besonders patentisirl; die anderen Obnlieu-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Volume 3
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe I-M
- Volume
- 3
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 768
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie