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L i g u o r i a n e r . — L i l i e n fe ld . 45 l
er, was in seiner Nähe lebte. Indem er die Gegenwart mit der Heiter-
keit seines Humors und mit der Fülle seines Herzens liebend umfaßte
und erwärmte, fühlte man es mit Rührung, — er war der Wiederhall
einer schon verklungenen Zeit. Am 13. Dec. 1814 starb er, im 80.
Jahre seines anakreontischen Lebens. Sein Charakter, wie er hier ge-
schildert ist, spricht sich auch in seinen Schriften aus, die überdieß noch
unaussprechlich interessiren, durch Reichthum an Kenntnissen und origi-
nellen Ansichten, durch unerschöpflichen Witz, durch geistvolleDarstellung
und durch einen vollendeten Styl.
Liguorianer, s. Congregation der Redemptoristen.
Likarvetz, Franz Joseph Calasanz, Priester des Ordens der
frommen Schulen, Dr. der Philosophie, Professor der theoret. und
Moral-Philosophie, dann der Geschichte der Philosovhie an der Grätzer
Universität, früher Professor der Logik, Metaphysik und Ethik an der
philosophischen Lehranstalt in B runn ; ist geboren zu Schinkau in
Böhmen den 25. Nov. 1773. Die Humanioren studirte er am Neu-
stadter Gymnasium zu Prag ; 1791 trat er in den Plansten-Orden,
und vollendete die übrigen Studien in den Lehranstalten desselben. 1800
empfing L. die Priesterweihe, docirte sodann zu Freyberg und zu
Kremsier in Mähren, und endlich zu Leitomischl in Böhmen,
woselbst er den angehenden Ordensgeistlichen auch mathematische Vor-
lesungen hielt; 1304 ging er nach Wien, lehrte daselbst durch 2 Jahre
Philosophie im Löwenbu rg'schen Convictt', dann ein Jahr dic erste la-
teinische Classe in P rag , 3 Jahre Philosophie und Rhetorik zu B rüx
und einige Jahre zu Brunn . Im Drucke gab er heraus: Rede, ge-
halten bey ber feyerlichen Eröffnung der Philosoph. Lehranstalt in Brunn.
Wien 1309.—Elemenlaphilosopniae in usum auditorum philosopn.
aclucnkrata. 5 Thle. Brunn und Gratz 1312—20. —Elem. ^uris natu-
rae. Gratz 1817. —Grundriß der Erfahrungsseelenlehre oder empirischen
Psychologie, eb. 1327.— System der wissenschaftlichen Erkenntniß, in einer
Übersichtstabelle.— Grundriß der Denklehre oder Logik, nebst einer all-
gemeinen Einleitung in das Studium der Philosophie. Grätz 1829. -7-
Grundriß der Erkenntnißlehre oder Metaphysik, eb. 1830.
Lil ienfeld, niederösterr. Herrschaft mit vorzüglichen ökonom.
Einrichtungen und aus 3 Abtheilungen bestehender Hauptort derselben,
im V. O. W. W., im Traisenthale, an beyden Ufern der Traisen. Der
nördlichste Theil ist der kleine Markt Marktet L i l ienfeld. Von
hier an trifft man an der Traisen aufwärts mehrere Eisenwerkstätten,
von welchen die Hammerwerke, Pfannen- und Senscnschmieden, ein
Blechhammerwerk, der Frauenthaler Eisendrahtzug besonders zu bemer-
ken sind; in der Gegend befindet sich eine Holzwaarenfabrik, ein Gyps-
bruch und eine Gypssiampfmühle; aber der Ort, wo einst der schöne
schwarze Lilienfelder Marmor gebrochen wurde, ist nun in Vergessenheit
gerathen. — Südlich liegt als zweyte Abtheilung das sogenannte D ör-
fel L i l ienfe ld , mit einem Armenspitale. — Die dritte Abtheilung
bildet das aus 34 Häusern mit 260 Einw. bestehende S r i f t L i l ien-
feld, wo die von dem Babenberger Leopold V I I . 1202 gestiftete
und nach dem Brande vom 13. Sept. 1310 theilweise wieder aufgebaute
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Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Volume 3
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe I-M
- Volume
- 3
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 768
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie