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L i m o n e . — L i n d e m a y e r . !53
die Walachey, auch die Darstellung der geognostischen Beschaffenheit
von Galizien, dann eine Menge von Durchschnitten und Ansichten ent-
halt, der Aufmerksamkeit der mineralogisch-geognostischen Section der
Versammlung deutscher Naturforscher und Ärzte in Wien im Septem-
ber 1832.
Limone, lomb. Dorf in der Delegation Brescia, nahe an der
Tyrolergranze gelegen, mit 570 Einw., einem herrlichen Eitronengar-
ten/ der einsam in einer romantisch-wilden Schlucht sich hinzieht. Man
nennt diese Gegend insgemein Riva mal (böses Ufer). In L. ward
Andreas Hofer eingeschifft, als ihn die Franzosen nach Psschiera
abführten.
Lincke, Ios., ausgezeichneter Violoncellspieler, ist den 3. Iuny
1733 zu Trachenberg, einer kleinen Stadt in Preuß.-Schlesien, ge-
boren. Er zeigte schon als Knabe viel Anlage zur Musik, weßhalb ihn
sein Vater, der selbst ein sehr tüchtiger Musiker war, im Clavier und
in der Geige unterrichtete. Nach seines Vaters Tode kam er nach B res-
lau in das Kloster der Dominicaner, wo er bey den Figural-Ämtern
Violine spielen mußte. Er machte daselbst die ihm so äußerst nützliche
Bekanntschaft des Kloster-Organisten H an i sch, welcher ihm den Antrag
machte, ihm die Orgel spielen und den Generalbaß zu lehren, welches
L. auch mit Freuden und Dank annahm. Er konnte nun auch seiner
besonderen Vorliebe für das Violoncell obliegen. Später erhielt er Un-
terricht von dem dortigen ersten Thearer-Violoncellisten Lose, und
erhielt nach dessen Abgang seine Stelle. Unter C a r l M a r i a v. W e-
b er's Direction stand er 2 Jahre. 1308 kam L. nach Wien, wo er
dann in der Capelle des Fürsten Nasumovsky durch 9 Jahre als
Violoncellist und Kammervirtuos angestellt war. Hier machte er des
großen Beethoven Bekanntschaft. Dieß trug sehr zur Entwickelung
von L.'s Talent bey, da er dessen Werke, Sonaten, Trios, Quartetten'
mit diesem großen Meister einstudirte und spielte. L. ist gegenwärtig im
k. k. Hofoperntheater nächst dem Kärntnerthor in Wien als erster Vio-
loncellist angestellt. Unstreitig ist er einer der eminentesten Virtuosen
seines Instruments.
Lindemayer, Maurus, Benedictiner und Pfarrer zu Neu-
kirchen in Osterreich ob der Enns, war geboren daselbst den 17. No-
vember 1723. Sein dürftiger Vater, dort Schullehrer und Küster,
gab ihn, seiner schönen Stimme wegen, in die Singschule des Klosters
Lambach. Dort bemerkte man seine ausgezeichneten Talente, nahm
sich seiner an und ließ ihn zu Linz studiren. Bald entwickelte sich L.'s
schönes Talent als Redner und Dichter. Er wurde nach zurückgelegtem
philosophischen Curse 1746 auf seine Bitte in das Noviziat der Bene-
dictinerabtey Lambach aufgenommen, legte 1747 die feyerlichen Or-
densgelübde ab und las den 8. Iuly 1749 die erste Messe. Nun studirte
er, der französischen Sprache vollkommen mächtig, die großen Muster
der Kanzelberedsamkeit aus Ludw ig's XIV. Zettalter, vorzüglich Bos-
suet, und predigte selbst so begeisternd, daß er großen Zudrang hatte.
Seine Brüder liebten und ehrten ihn, und noch war er nicht 3 Jahre
Priester, als er zum Prior des Ordens erhoben wurde, zu welcher Würde
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Volume 3
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe I-M
- Volume
- 3
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 768
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie