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458 Linzer Wollenzeug-, Tuch- und Ccppichfabrik.
unter dem Regierungs-Präsidenten Grafen Ugarte, jetzigen Gouver-
neur von Mähren und Schlesien, ungemein gewonnen; die Stadt erhielt
ein Taubstummen- und Blinden-Institut, der Irrenanstalt wurde ein
Garten zugetheilt, das Gebärhaus kam in ein eigenes Gebäude unter
wesentlichen Verbesserungen dieser Anstalt, die Straßen wurden geeb-
net und möglichst erweitert, mehrere hölzerne feuergefährliche Gebäude
abgebrochen und die Eigenthümer entschädigt, die Landstraße wurde mit
Bäumen beosianzr, der Festrazischs Volksgarten ganz nach dem Wie-
nbr neu angelegt, die Donaubrücke mit 2 Abtheilungen für die Fußgan-
ger rechts und links erweitert; der Landungsplatz an der Donau längs
der Stadt mit einem gepflasterten Damm versehen, die Mauer längs
der Promenade mit Akazienspalier bedeckt, eine Schwimmschule und ein
kaltes Donaubad errichtet, die Straßenbespritzung durch freywillige B'y-
träge eingeführt; und bereits wird der Bau der Canale begonnen, nur
sind die meisten Straßen der Stadt noch schlecht gepflastert. Die Land-
stände haben zu dem Bau der Canäle 20,000 Gulden auf 20 Jahre ge-
gen ratenweise Zurückzahlung ohne Interessen vorgestreckt. Der erste
zur Probe von dem Erzherzog Maximi l ian erbaute Thurm (s. Befe-
stigung des Donauthales), ganz abgelegen von den übrigen,
auf einer Anhöhe, mit der schönsten Aussicht gegen das Salzkammergut,
Salzburg, Bayern, Böhmen, Niederösterreich und Steyermark, wird
in eine altdeutsche Burg für den Besitzer verwandelt und rings herum
auf den Hügeln ist ein Garten mehrere tausend Klafter groß angelegt.
Da die Eisenbahn den Verkehr zwischen L. und Wels ungemein beför-
dert und derselbe immer mehr zunimmt, je weiter sie sich erstreckt, so
sah man seitKurzem an derselben auf der kleinen Strecke vom Verpftegs-
magazin bis zur eisernen Hand in L. mehrere Gebäude emporsteigen, und.
bey 20 Garten wurden neu angelegt. Die Eisenbahn (s. d.) geht nicht nach
Mauthhausen, wie es wokl anfangs im Antrage war, sondern bey
Galneukirchen vorbey, über Obern dorf, Treff l ing nach L.,
und nun bis S tad l , 10 Stunden von L. am rechten Traunufer-, sie ist
bey Lambach ganz vollendet, und wird bereits seit 1. Iuly 1835 schon
befahren; daher nur noch 6 Stunden bisGmunden zu beendigen sind,
wobey es im Antrage ist, eine Fahrstraße von Traunkirchen nach
Ebensee in Felsen zu sprengen, um bey stürmischer Witterung in
Verbindung mir dem Salzkammergute zu seyn, wozu das Bad Isch l
die meiste Veranlassung gegeben haben dürfte.
Linzer wollenzeug-, Tuch- und Teppichfabrik, k. k.
In dsr sogenannten Fabrikstraße an der Donau gelegen, zerfällt das
Gebäude in folgende 7 Abtheilungen: In die k.k. Zeugfabrik Nr. 335, in
das Beamtenstockl Nr. 336, in den Zwirnereystock Nr. 337, in die
große Tuchfabrik Nr. 338, in den Teppichmachereystock Nr. 339, in
die zweyte Färberey Nr. 340, und in die dritte Färberey Nr. 341,
alles licht und zweckmäßig gebaut und eingerichtet, durch Feuermauern
und Blitzableiter gesichert, mit 23 Ziehbrunnen im Innern versehen.
Die Area davon nimmt den Umfang einer guten Viertelstunde ein. Von
besonderer Ertension ist die innere Einrichtung, man mag nun auf blo-
ßen Mechanismus oder auf das Kunstftch, oder auf ökonomisch-mercan-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Volume 3
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe I-M
- Volume
- 3
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 768
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie