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L o c a l i e n . — L o c c l l a . 477
ten sie anfangs etwas zurück. Die Generale O'Donel und Prinz Lö-
wenstein eilten mit Unterstützungen herbey, und nun wurden die
preußischen Reiter, welche auch in ein heftiges Feuer des Fußvolkes und
des Geschützes kamen, so zurückgewiesen, daß sie hinter die Linien ihres
Fußvolkes flohen, und nicht wieder erschienen. Dagegen waren die hef-
tigsten Angriffe der Kaiserlichen auf das preußische Fußvolk auf dem Lo«
boschberge vergeblich. Nach langem hartnäckigen Kampfe mußten die
Croaten auch die Weinberge räumen. Die Preußen rückten nun in die
Ebene, griffen L. an, welches lange herzhaft vertheidigt und erst dann
verlassen wurde, als das feindliche Geschütz gezündet hatte und der Ort
in vollen Flammen stand. Hier endete um 3 Uhr Nachmittags die Schlacht.
Von beyden Heeren kam nur ein Flügel zum Schlagen, weil ein Morast,
der sie trennte, und der ungleiche Boden hinderten, daß man auf der
ganzen Linie handgemein wurde. Die Österreicher hatten einen Verlust
von 1,124 Offizieren und 2,360 Mann vom Feldwebel und Wachtmei«
ster abwärts an Todten, Verwundeten und Vermißten. Bedeutend stär»
ker war der Verlust der Preußen. Der König behauptete das Schlacht-
feld; Browne blieb unfern davon stehen; ging erst um Mitternacht
in einer meisterhaften Ordnung über die Eger in das Lager bey Bud in
zurück, und entwarf hier gleich einen neuen Plan zur Befreyung der
Sachsen. -
LocalieN/ seit Kaiser Joseph I I . aus zu weitläufigen Pfarreyen
entstandene eingetheilte Seelsorgerstationen. Da nähmlich manche Pfar-
reyen so großen Umfang hatten, daß sie der ordentliche Seelsorger nicht
ganz vollkommen versehen oder das Volkdem Gottesdienste nicht leicht oblie-
gen konnte, so verordnete dieser Monarch, daß dieselben, wo es thun-
lich war, getheilt und eigenen Seelsorgern anvertraut wurden, die man
Localisten (Oppolani locales) nannte. Diese neuen Seelsorger dürfen
zwar den ursprünglichen Pfarrer in seinen festgesetzten Einkünften nicht
schmälern, daher sie weder den Zehent noch die Stolagebühren für sich
beziehen können, bleiben aber von demselben in Ausübung ihres Amtes
vollkommen unabhängig.
Locatell i , Ludwig/ berühmter Arzt, war geboren zu Ber-
gamo um 1600. Nach vollendeten Studien wurde er ausübender Arzt
zu Mai land, erfand den lange in Apotheken in gutem Andenken ge-
standenen Locatell-Balsam aus Baumöhl, Wachs, Terpentin, peruvia-
nischem Balsam und Drachenblut, der auch zu innerem Gebrauch ange-
wendet wurde, und erwarb sich auch durch mehrere von ihm erfundene
Arzeneyformen bedeutenden Ruf. Nachdem L. mehrere Städte Italiens
durchreist und überall seine Curmethoden mit Erfolg angewendet hatte,
liarb er 1637 zu Genua. Seine Erfahrungen legte er in einem, in
italienischer Sprache zu Mailand 1648 (2. Ausg., Venedig 1667) ge-
druckten Werk an den Tag, welches auch Lateinisch unter dem Titel er-
schien: "lnc'Ätrum lirl-llnorum cn^rnicoruin. Frankfurt a. M. 1656.
Locella, Aloys Emer. Freyherr v., k. k. wirkl. niederösterr.
Negierungsrath, Beysitzer der Büchercensur-Hofcommission, war ge-
boren zu Wien den 3. Sept. 1733. Nach vollendeten Studien betrat
L die öffentliche Geschäftslaufbahn und zeichnete sich durch die thätigste
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Volume 3
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe I-M
- Volume
- 3
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 768
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie