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Lofer . — L o m b a rd ie . 487
sche eigen gemacht hatte, mit eigenen Erzeugnissen aufzutreten/ welche
seine Sprachkenntnisse, so wieseinen denkenden Geist und Scharfblick
auf das erfreulichste beurkundeten. Um 1315 folgte L. einem Rufe als
Corrector nach Wien in die Schmid'sche Buchdruckerey. Das See-
lenlose, Mechanische, ja Geisttodtende dieses Geschäftes lastete schwer
auf ihm, doch widmete er noch immer seine Mußestunden literarischer
Thätigkeit. Er starb in der Blüthe des Lebens 1821 in seinem Geburts-
orte. Seine Schriften, in hebräischer Sprache erschienen, sind: Über
Philologismus. — Linguistische Analecten. — Biographien aus den
Urschriften seiner Nation. — Über die hebräische Poesie. — Deutsch:
Vorlesungen über die Geschichte der Juden, Wien 1320. —Biblische Geo-
graphie, eb. 1321.
Lofer, oberösterr. Marktflecken im Salzburger Kreise, mit 450
Einwohnern und 5 Pässen in der Nähe, die aber jetzt nicht befestigt sind.
L. hat 3 Freymärkte.
Loisbach in Niederösterreich, entspringt im Gföhler Walde,
durchfließt ein tiefes Thal in südöstlicher Richtung, durchschneidet den
Markt Langenlo is , und verliert sich unter demselben bey Hain-
dorf und Go bels bürg im Kampstusse.
Lombardie. Geschichte. Nach zweyhundertjähriger Dauer er-
losch das Longobardenreich unter Desiderius. Dieser letzre König der
Longobarden konnte dem Eindringen Carl's des Großen mit seinen
Heeren keinen zureichenden Widerstand entgegensetzen und nur seinen.'
Thron dem Mächtigern einräumen. Nun fügte Car l dem Titel eines
fränkischen Königs auch den eines Königs der Lombardie hinzu; aber
nicht lange behielten seine Nachfolger diese Krone auf ihrem Haupte, und
eine noch kürzere Zeit blieb das lombardische Reich ungetheilt; denn die
noch unter ihm entstandenen Herzoge, Markgrafen:c. machten ihre Besi-
tzungen bald zu erblichen Gütern. Besonders erhoben sich in dem Theile
von Oberitalien, welcher jetzt zu dem lombardischen Gouvernement ge-
hört, einige Städte durch Industrie und Handel auf eine hohe Stufe
von Wohlstand, Ansehen und Macht. Vorzüglich war es das reiche Mai -
land, welches sich stolz über andere erhob. Nach manchen Stürmen des
Mittelalters, in welchen M a i l a n d als selbstständiger Staat häufig
die Züge der deutschen Kaiser nach Italien beunruhigt hatte, konnte es
jedoch nach der Zerstörung durch Friedrich Barbarossa nie mehr
zu der frühern innern Kraft und Stärke gelangen und erhielt in Gio-
vanni Galeazzo V iscon t i 1395 durch Kaiser Wenzel den er-
sten Herzog. Aber bereirs unter Galeazzo's Söhnen, Johann Ma-
ria und Ph i l ipp M a r i a , wurde die Macht dieses Hauses sehr ge-
schwächt, und als 1447 mit dem Letzteren die mannliche Linie ausstarb,
sollte ihm nach dem Willen der Mailander dessen natürliche Tochter,
Blanca M a r i a , Gemahlinn Franz Sforza 's , in der Regie-
rung folgen; allein Frankreich nahm sich der Schwester des letztern Her-
zogs an, welche mit dem Herzoge Ludwig von Orleans vermählt
war, und machte dem Hause Sforza die Erbfolge mit Waffengewalt
streitig. Dieses behauptete sich jedoch, und sowohl Franz Sforza's
Sohn Galeazzo Mar ia folgte seit 1446 seinem Vater, als auch
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Volume 3
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe I-M
- Volume
- 3
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 768
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie