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Lomnica. — Lomniczk i .
erntet man 2 bis 3 Mahl. Die Gebirge, welche dieß schöne Land von
der Nordseite schützen, sind die Rhätischen Alpen vom Bernardin bis
zum^Dreyherrenspitz. Am Pellegrino nehmen die Harnischen Alpen ih-
ren Anfang, welche bis zum Terglou fortlaufen. HauptprooucteIsind:
Reis, Obst, Seide, Eisen, Kupfer und Marmor. Der Ausfuhr-
handel besteht hauptsächlich in Seide, Reis und Eisenwaaren. Die
Ausfuhr stellt sich gegen die Einfuhr zum Vortheil des Landes, und
wird durch die vorhandenen zahlreichen Canale befördert. — Die
sämmtlichen Bäder und Gesundbrunnen dieses Königreiches sind fol-
gende : Dorf Alb ano, Delegation Padua, heiße Quellen. —-
Dorf Batag l ia , Delegation Padua, warme Bäder. — Dorf
Caldiero, Delegation Verona/ Mineralquellen. — Stadt Chia-
venna, .Deleg. Sondrio, Gesundbr.— Dorf S. Martino,Deleg.
Sondrio, warme Bäder. — Dorf S. Mart ino, Deleg. Sondrio,
berühmtes Gesundbad. — Badstube Martinsbad, Deleg. Sondrio,
Schwefelbad. —-Dorf S. Michels, Deleg. Verona, warme Bäder.
-^ Dorf Mol ina, Deleg. Sondrio/ berühmtes Gesundbad.—Dorf
Monte Ortone, Deleg. Padua, heiße Quellen. — Dorf S.
Pancratio, Deleg. Vicenza, warme Schwefelbäder. — Dorf S.
Pellegrino, Deleg.Bergamo, Mineralquellen. — DorfRecoaro,
Deleg. Vicenza, Sauerbrunnen.—" Dorf Sermione, Deleg. Bres-
cia, Schwefelquellen. — Markt So a ve, Deleg. Verona, Oesundbad.
-"7 Dorf Trescorio, Deleg. Bergamo^ warme Bäder. -"-Markt
Valdagno, Deleg. Vicenza, Gesundbad.
Lomnica, Fluß in Galiz-ien, entspringt in einer unbewohnten
Karpathengegend 4H Meile ober Jasien und ergießt sich beyHalicz
in den Dniester.
Lomniczki v. Nudecz, Simon, kaiserl. gekrönter Poet, war
geboren 1530 zu Lomnicz in Böhmen. Schon früh verrieth er gute
Anlage zur Dichtkunst, die er durch genaues Studium der besten lateini-
schen und griechischen Dichter sorgfältig ausbildete und bald durch sehr
gelungene Leistungen solches Aufsehen machte, daß er von dem kunst-
liebenden Kaiser Rudolph I I . nach Prag berufen, daselbst feyerlich
zum Hofpoeten gekrönt, und mit dem Prädicate v. B ud e cz in den Adel-
stand erhoben wurde. Mehrere Jahre lebte nun L. im Überflüsse und
lag seiner Neigung zur Dichtkunst mit glücklichem Erfolge ob. Bey den
böhmischen Unruhen unter Kaiser Ferdinand II . ließ sich jedoch
3. zur Theilnahme bewegen und verfertigte mehrere satyrische Lieder
auf den Kaiser, weßwegen er nach Unterdrückung dieser Unruhen einge-
zogen, mit Stockschlägen abgestraft und ihm sein Gehalt benommen
wurde, so daß er in die größte Armuth versetzt war und 1624 am
Bettelstäbe starb. Von seinen Werken in böhmischer Sprache sind die
vorzüglichsten: Geistliche Gesänge. Prag 1595.— Eine Abhandlung
vom Geize. eb. 1615. — Die Pfeile des Cupido oder Mittel wider
die Geilheit. — Triumph des christlichen und katholischen Glaubens wider
die Ketzerey. Prag 1616. — Ökonomischer Unterricht in böhm. Versen«
— Leben Jesu in verschiedenen böhm. Versarten.
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Volume 3
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe I-M
- Volume
- 3
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 768
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie