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492 Lomnirz. — Longo.
Lomniy, mähr. Marktstecken im Brünner Kreise, mit 1,100
Einwohnern und einem Schlosse.
Lonato, lombard. Marktflecken in der Delegation Brescia,
auf dem Gipfel eines Berges gelegen, zahlt 5,600 Einwohner und
zeichnet sich durch die schöneRotunda S. Giovanni aus, diehochund
hell, 92 Schritt lang und 43 Schritt breit ist.
Longhi, Ios., einer der berühmtesten Kupferstecher neuerer Zeit,
Morghen's bedeutender Nebenbuhler, den er als Zeichner noch über-
traf, war geboren im Kirchenstaate 1768; seine Kunstblldung vollendete
er m Rom, Florenz, besonders aber in Mailand, wohin er in
Folge der politischen Erschütterungen Italiens gekommen war. Von
dem damahligen Vicekönig Eugen wurde L. zum Professor an der
Kunstakademie daselbst ernannt, wo er sich durch rühmliches Wirken
auszeichnete, und auch mehrere treffliche Schüler bildete. 1312 erhielt
L. auch den Orden der eisernen Krone, er behielt diesen, so wie seine
Anstellung bey, als die Lombardie unter österr. Zepter kam, und starb zu
Mailand den 2. Jänner 1331. Vorzüglich berühmt war er in der
Behandlung des Fleisches, welches kein anderer gleichzeitiger Künstler
mit solcher Lebendigkeit wiederzugeben verstand, wie L.; er war Meister
in jeder Art des Stiches> ordnete jedoch seine technische Wissenschaft stets
dem Kunstzwecke unter. In freyer Stichmanier, in welche sich Radirung
mit kalter Nadel verbindet, übertraf er selbst die frühen großen Meister.
Seine Haaptblatter sind: Der Philosoph nach Rembrandt, Dan-
d o l o nach M e t t o n i n i, Mag dal en a nach Correggio, ein vor-
treffliches Blatt, in welchem die Durchsichtigkeit und Zartheit der Tinten
des Originals mit fast unglaublicher Treue wiedergegeben sind/ Gala-
thea, auf einer Muschel auf den Wellen schwimmend, nach Alb an o;
mehrere Darstellungen aus den Verwandlungen Ovid's, die Ver-
mählung der heil. Jungfrau, nach Raphael. Auch ist L. durch seine
Bruchstücke aus der Geschichte der Kupferstecherkunst als Literator vor-
theilhaft bekannt. '
Longo, Ant-, Architekt und Maler in Fl eims, geb. 1742 zu
Varenna in Tyrol. In einem Alter von 20 Jahren verlegte er sich
auf die Architektur und Malerey unter Anleitung des Franz Unter-
berg er, seines Landsmannes, mit Leidenschaft. Spaterhin trat er
als Priester die Stelle eines k. k. Caplans bey dem sogenannten
Convitto dell' anima zu Rom an, wo er 22 Jahre in Bekannt-
schaft mit Mengs und Battoni verlebte. Um 1785 wurde er Mit-
glied der dortigen Akademie von S. Luca. Er malte viel für Car-
dinale und Andere, auch für Kirchen im Römischen und in Tyrol. Be-
sonders sind seine Crucifixe geschätzt, für welche er ein eigenes akademi-
sches Studinm gemacht hat. Er durchreiste aus Liebe seiner Kunst ganz
Italien, auch das Neapolitanische, hörte aber nicht auf die theologischen
Studien fortzusetzen, in welchen er eine tiefe Gründlichkeit erlangte.
Er besuchte auch in Rom die damahls bestandenen theol. gelehrten
Gesellschaften. 1799 mußte er auf Befehl der eingerückten franz. Trup-
pen als ein Fremder Rom verlassen. Er kam in seine Heimath zurück,
reich an Wissenschaft und an Geld. Auf Zureden des Erzpriesters zu
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Volume 3
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe I-M
- Volume
- 3
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 768
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie