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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe I-M, Volume 3
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L o u d o n. 5l)1 rath (1766), und zum Oeneralcommando in Mäyren (1769) brachte L. meistens auf seinem Gut in Böhmen mit den gewöhnlichen Be- schäftigungen der Ruhe im Soldatenstande und mit Wiederherstellung seiner erschöpften Gesundheit zu. In das erste Friedensjahr fällt schon seine Bekanntschaft mit Gel ier t in Carlsbad, die eine so unbefan- gene und eben dadurch so characteristische Schilderung von ihm auf die Nachwelt bringt.— L. begleitete Jose pH I I . zu dem Besuche, welchen dieser Monarch dem König Friedrich zu Neisse (1769) machte, und zu dem Gegenbesuche desselben (1770) zu Neusta d t in Mähren. Der König nannte L. immer Feldmarschall, was er damahls noch nicht war; und hier entfiel ihm auch das bekannte Wort: „Er sehe ihn lieber neben sich als gegenüber," mit dem er ihn bey der Tafel an seine Seite zog. — Als nach der Theilung von Polen der Kaiser das erworbene Land be- suchte, war L. mit Pe l legr in i und Nostitz in seiner Begleitung.— Das Oeneralcommando in Mähren hatte L. bald niedergelegt. Auch ver- kaufte er seine Besitzungen in Böhmen, seine Häuser und seine Juwe- len, um sich auf dem Gute H ade rsdo rf unweit Wien einen Landsitz nach seinem Sinne anzulegen, wo er bis zum bayerischen Erbfolge- kriege meistens einsam aber nie unbeschäftigt mit sich selbst lebte. Dort bereitete er sich auch ein Grabmahl. L< trat in seinen nquen Wirkungskreis als Feldmarschall, und kam im Frühjahre (März 1778) schon nach Böh- men. Seine Truppen, vereinigt mit denen, die aus den Niederlanden kamen, und den in Bayern gestandenen, bildeten den linken Flügel, und hatten den Prinzen Heinrich von Preußen gegen sich. Wenn die- ser Feldherr, aller ihm in den Weg gelegten Hindernisse ungeachtet, eindrang; so fand er L.'s Stellung an der Isar bey Münch eng ratz so unangreistich, als es dieL ascy's ander Elbe war, seine Vereinigung mit dem Könige unausführbar, und seinen beschwerlichen Rückzug unver- meidlich. ScheinbareBewegungen gegen P rag nebstso vielen andern Ver- suchen konnten den in Künste dieser Art eingeweihten Krieger nicht aus seinem Vortheile täuschen, und in den kleinen Unternehmungen der leichten Truppen büßte nur Sachsen, was in Böhmen verschuldet wor- den war. So sah der durch seine Gegenwart das Heer so mächtig ver- stärkende Kaiser an den einstimmigen Maßregeln seiner Feldherren jeden Plan des Feindes vereitelt. Ihre Stellungen sind von den Taktikern ge- würdiget; der ganze Feldzug aber bleibt für die Schule vielleicht der lehr- reichste, den man in den österreichischen Kriegen jemahls gesehen hat — ein Menschen- und Länderschonendes Kampfspiel, in welchem die Kunst sich über den Zufall erhebt, und die Absicht, wegen welcher man streitet, dennoch erreicht ist. — Anziehender für die Classe seiner Bewunderer, die, ohne sich auf Entwürfe zu verstehen, nur Thaten anstaunt, wird der graue Held, wenn wir ihn im Türkenkriege (1783—39) noch ein- mahl auf der Bahn des Ruhmes sehen. — Von seinem stillen Landsitze, aus welchem er die große Welt nur aus Wohlstand und den Hof aus Ehrfurcht an den Gallatagen besuchte, rief ihn der Monarch gegen das Ende des ersten Feldzugs zum Heere. Man erklärt sich schwer, war- um es nicht früher geschah,, wenn dieß nicht durch den letzten Auftrag enthüllt ist, zu dem er von seinen türkischen Siegen überging. Seine
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe I-M, Volume 3
Title
Österreichische National-Enzyklopädie
Subtitle
Buchstabe I-M
Volume
3
Authors
Franz Gräffer
Johann Czikann
Publisher
H. Strauß
Location
Wien
Date
1835
Language
German
License
PD
Size
13.3 x 22.0 cm
Pages
768
Keywords
Nachschlagewerk, Biografien
Categories
Lexika National-Enzyklopädie
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