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SW Ludwig Sforza.— Ludwig w i l h . I., Markgrafv.Baden.
Ludwig Sforza, Moro (d. i. mit der Maulbeere), Herzog
von Mailand, geboren um 1450, wußte sich nach dem^Tode seines Bru-
ders Galeazzo die Herrschaft von Mailand, mit Ubergehung seines
Neffen Johann Galeazzo, des rechtmäßigen Erben, zu verschaffen
und wurde von Kaiser Max im i l i a n I. feyerlich mit diesem Herzogthume
belehnt. Damit der Schwiegervater Galeazz o's, König Alphons von
Neapel, dem Sohne seines Eidams nicht zu Hülfe kommen konnte, ver-
band sich L. mit König Car l V I I I . von Frankreich und öffnete diesem
den Weg durch Italien nach Neapel. Als die Franzosen jedoch zu mach.
tig in Italien wurden, schloß L. 1495 ein Bündniß wider sie. Lud-
wig X I I . , der Nachfolger Carl's V I I I . , nahm nun Mailand, von
Venedig und dem Papste unterstützt, selbst in Besitz und vertrieb A>
welcher vergebens Kaiser Max im i l i an um Hülfe ansprach. Endlich
1500 jagte er mit Hülfe der Schweizer die Franzosen wieder aus dem
Lande, konnte sich jedoch nicht lange behaupten, Bey der Belagerung
des Schlosses von Mai land rückte ein neues, französisches Heer zum
Entsatze heran und die Schweizer weigerten sich, da es bereits an Sold
gebrach, für L. zu fechten. Sie unterhandelten um freyen Abzug, der
ihnen auch zugestanden wurde, als aber L. als gemeiner Schweizer ver-
kleidet, mit abziehen wollte, ward er erkannt, von den Franzosen an-
gehalten und gefangen nach dem Schlosse Loches in Frankreich abge-
führt, wo er 1510 starb.
Ludwig Wilhelm I., Markgraf von Baden, kaiserl. General-
Lieutenant, Reichsfeldmarschall und Ritter des goldenen Vließes, einer
der berühmtesten Generale in den Türkenkriegen und im spanischen Suc-
cessionskriege, war geboren zu Par is den 8. April 1655; seine ersten
Kriegsdienste that er in der kaiserl. Armee unter Montecucu l i 1675.
Nach dessen Entlassung commandirte L. unter Herzog Car l von Lothrin-
gen bis zum Friedenvon N y m wegen, und kehrte dann 1673 nach Ba-
den zurück, wo er Anstalten traf, die seinem Regierungstalente alle
Ehre machten. Bey dem erneuerten Kriege zwischen Osterreich und der
Pforte 1683, trat L. W. als Feldmarschall-Lieutenant wieder in kai-
serliche Dienste, und zeichnete sich beym Entsatze Wien's und bey dem
Sturm auf Gran vorzüglich aus. 1684 eroberte der Markgraf V i sse-
grad, und führte beym Abzüge von Ofen die Arrieregarde an. 1685
in der Schlacht bey Gran commandirte er das Mitteltreffen, trugsehr
viel zum Gewinne der Schlacht bey, und leitete nach deren Beendigung
mit vieler Umsicht Ulrd mit bedeutender persönlicher Gefahr die Löschan-
stalten, da die Türken ihr Lager mit großen Munitionsvorräthen in
Brand gesteckt hatten. Noch eroberte L. W. in diesem Feldzuge Fünf-
kirchen, Darda und Kapos ujvar. 1687 nahm er an der siegrei-
chen Schlacht bey Mo hacs thatigen Antheil. 1638 eroberte der Mark-
graf I l l ok , Peterwardein und T i t e l , ging im Angesicht des
Feindes über den Fluß Unna, nahm Ka zanowics und Dubicza;
auch rettete er die Vorräthe, welche die Türken vor ihrem Abzüge von
Gradisca, wo sie Feuer anlegten, verbrennen wollten. Bald darauf
siegte er bey Tirmeni tz, und eröffnete dadurch den Eingang in Bos-
nien, den Tag darauf siel auch Belgrad. 1689, als auch mit Frank-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Volume 3
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe I-M
- Volume
- 3
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 768
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie