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Luf the izung. — Lugancrsee. 5W
auf dasselbe wurden einige Donnerbüchsen gerichtet/ und auf
ein gegebenes Zeichen des Verrathers abgefeuert. L. fiel, von 2 losge-
sprengten Felsenstücken getroffen, und stürzte sogleich todt zu Boden.
In der ersten Bestürzung öffnete der Verrather den Belagerern den Ein-
gang, die mit blanken Klingen hereindrangen, und alles niedermetzel-
ten. Doch fiel auch der Verrather von der Hand eines treuen Dieners
L.'s. Nach der Erstürmung des Schlosses fand man einen von der Natur
selbst gebauten unterirdischen Gang, welcher, in Felsen ausgehöhlt,
4 deutsche Meilen lang bis in die Gegend von Wippach in Krain führ-
te, von woher sich die Belagerten alle ihre Bedürfnisse auf das reich-
lichste verschafften. Dieß war 1484 das tragische Ende des letzten Spröß-
lings eines edlen deutschen Stammes. Noch zeigt man im Schlosse den
Platz, von welchem durch die Gewalt der Kugeln, das Felsenstück ab,
sprang, welches den Unglücklichen zerschmetterte. -
Luftheizung. Das Verfahren der Heizung mit erwärmter
Luft wurde in Osterreich durch den rühmlich» bekannten Chemiker, Pro-
fessor P. T. Meißner (s. d.) in Wien aufgestellt, und von dem-
selben in der Folge ungemein vereinfacht und vervollkommnet. Der Luft-
strom geht, nach dessen Erfindung, aus einer kleinen, den Ofen ent-
haltenden mantelartigen Umfassung, Heizkammer genannt, durch
in der Mauer ausgesparte Canale in die zu erwärmenden Räume, in-
dem er gleiche Massen der kältesten, unmittelbar am Fußboden befind-
lichen Zimmerluft in die Heizkammer zurückführt, welche dann wieder,
wenn sie am Ofen erwärmt wurde, in die Zimmer zurückkehrt. Durch
diesen steten Kreislauf der Luft wird natürlich überall eine gleichförmige
Warme hervorgebracht. Jedes Zimmer hat 2 Schieber, um nach Befin-
den, entweder die aus- oder die einströmende Luft zu hemmen. Bereits
wurde diese zweckmäßige Heizungsart in mehreren öffentlichen und Pri-
vatgebauden, Lehranstalten, Treibhäusern :c. in Wien, Prag und
mehreren Städten des In- und Auslandes eingeführt. Zuerst wendete sie
der Großhändler Gosmar in seiner Zuckerrassinerie inWien an, bald
darauf auch Herz, Besitzer einer Zuckerraffinerie in Prag, woselbst
auch 1824 das neue, für 1,000 Bewohner eingerichtete Strafhaus so
gebaut wurde, daß die Heizkammern im Erdgeschoß alle Stockwerke jeder
Linie erwärmen. Die bisher gemachten Erfahrungen von dem Nutzen die«
ser Heizart, so wie mancherley Verbesserungen, welche mit selber vorge-
nommen wurden, haben den sichersten Beweis geliefert, daß Meiß-
n er's Luftheizung für größere Gebäude, Trocknenanstalten, Fabri-
ken :c. überhaupt für ausgedehnte Etablissements die bequemste, sicherste und
wohlfeilste ist.
Luganersee (1^8^ 61 Lugano, Lavisersee), an der Gränze
der Lombardie gegen die Schweiz, zu welcher er größtentheils gehört.
Sein Wasserspiegel liegt 876 Pariser Fuß über dem Meere und seine
Ufer sind in felsigen Buchten und Krümmungen zerrissen. Der See ist
im Ganzen, mit Einrechnung der Krümmungen, !Z,600 Klafter lang;
meist 6-800, an der breitesten Stelle 1,800 Klafter breit, und nimmt
eine große Menge von Bachen auf, wovon allein auf österr. Gebiethe
^ gezahlt werden. Seinen Abfluß hat er einzig durch den Fluß Tresa
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Volume 3
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe I-M
- Volume
- 3
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 768
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie